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Fokus Osteuropa

Russen unterstützen Putins Nahost-Kurs

Ein militärisches Eingreifen in Syrien lehnen die Russen ab. China sehen sie zunehmend als Partner. Der arabische Frühling ist für die Russen kein Vorbild. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle DW-Umfrage.

Portrtait von Wladimir Putin (Foto: picture-alliance/dpa)

Russen unterstützen Nahost-Politik von Wladimir Putin

Eine deutliche Mehrheit der russischen Bevölkerung unterstützt den Kurs von Wladimir Putin im Syrien-Konflikt und ist gegen ein militärisches Eingreifen. Dies ergibt der aktuelle DW-Trend für Russland. Dafür hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle 1000 Russen vom 20. Februar bis 03. März repräsentativ befragt.

Rund drei Viertel der Russen (75 Prozent) sind gegen jegliche militärische Einmischung in den Syrien-Konflikt, um mögliches Blutvergießen zu verhindern. Ein Eingreifen würden nur neun Prozent befürworten, wenn es durch ein UN-Mandat gedeckt wäre. Lediglich fünf Prozent sind für ein militärisches Eingreifen auch ohne Mandat der UNO. Somit wird Putins Kurs, in den Syrien-Konflikt nicht einzugreifen, von der russischen Bevölkerung klar unterstützt.

Weitaus größere Akzeptanz erfährt die UNO in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Zwar ist auch unter den jungen Russen die Mehrheit der Befragten grundsätzlich gegen jegliche Einmischung. Jedoch würden mit 19 Prozent doppelt so viele ein militärisches Eingreifen mit UN-Mandat befürworten. Somit neigen jüngere Russen deutlich eher dazu, die UNO als global legitimiertes Organ anzuerkennen.

Die Situation im Nahen Osten mit seinen vielfältigen Krisenherden wird von der Mehrheit der Russen (51 Prozent) nicht als Gefahr für Russland wahrgenommen. Lediglich 38 Prozent sehen hier eine Gefahr für die Russische Föderation. Somit scheinen die Konflikte im Nahen Osten nach Ansicht der meisten Russen die eigene Sicherheit nicht zu berühren.

Jedoch zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Gerade die jüngere Generation sieht die Situation im Nahen Osten gelassener. Unter den 18- bis 39-Jährigen gehen nur 44 Prozent von einer Gefahr für Russland aus. Ebenfalls 44 Prozent sehen keine Gefahr für ihr Land. Im Gegensatz dazu befürchten 57 Prozent der über 40-Jährigen, dass die Konflikte im Nahen Osten Russland gefährden.

Weniger eindeutig fällt die Einschätzung einer atomaren Bedrohung durch den Iran aus. Zwar sehen 48 Prozent der Befragten keine Gefahr für Russland, sollte der Iran die Atombombe besitzen. Jedoch halten 42 Prozent der Russen die nuklearen Ambitionen des Iran für eine konkrete Bedrohung für ihr Land.

In der Umfrage zeigt sich außerdem deutlich, dass die russische Bevölkerung den gemeinsamen Kurs Russlands und Chinas in der Konfliktregion Nahost als partnerschaftliches Vorgehen wertet. 31 Prozent betrachten China als Hauptpartner Russlands bei der Lösung der Nahost-Konflikte. Weit abgeschlagen folgen Deutschland (19 Prozent) und die Europäische Union (16 Prozent).

Der arabische Frühling dient kaum als Vorbild für Russland. Dies zeigt sich am Beispiel Ägyptens. Nur eine Minderheit von 15 Prozent der Russen glaubt, dass der Sturz Mubaraks eine Wende zum Besseren für die ägyptische Bevölkerung war.

38 Prozent glauben, die Situation der Ägypter sei nach dem Sturz Mubaraks schlechter als zu Zeiten Mubaraks. Rund die Hälfte der Befragten kann sich kein Bild von der Situation der Ägypter machen. Somit kann kaum davon ausgegangen werden, dass der arabische Frühling im Allgemeinen und die Situation in Ägypten im Speziellen ein Vorbild für die Proteste in Russland sind.

Autoren: Markian Ostaptschuk, Sergey Govoruha
Redaktion: Bernd Johann