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Fokus Osteuropa

Russen und Ukrainer sehen Deutschland positiv

Wie sehen Russen und Ukrainer Deutschland in Europa 20 Jahre nach der Wiedervereinigung? Antworten auf diese und weitere Fragen zeigt eine im Auftrag der DW erstellte repräsentative Studie.

Flagge Deutschlands weht vor dem Reichstagsgebäude in Berlin (Foto: DW)

Partnerschaft mit Deutschland

Die Mehrheit der befragten Russen hält Deutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung für ein Land wie jedes andere in Europa (48 Prozent). 31 Prozent sehen Deutschland sogar als ein Russland freundlich gesonnenes Land und 9 Prozent als einen zuverlässigen Partner. Nur 1 Prozent aller Russen hält Deutschland für eine Gefahr.

Infografik DW-Trend zur Frage an die Russen: Das wiedervereinigte Deutschland ist für Sie persönlich... (Grafik: DW)

Das Bild in der Ukraine ist ähnlich. Zwar sehen 3 Prozent der befragten Ukrainer in Deutschland eine Bedrohung für ihr Land, doch 13 Prozent betrachten Deutschland als einen Partner und 20 Prozent als einen Freund der Ukraine. Wie in Russland sieht auch in der Ukraine die Mehrheit der Befragten (57 Prozent) das wiedervereinigte Deutschland als ein Land wie jedes andere in Europa.

Das sind die Ergebnisse einer Studie, die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Osteuropa-Abteilung der Deutschen Welle Anfang September 2010 nach repräsentativen Methoden in Russland und der Ukraine erstellt hat.

Beziehungen zu Deutschland und der EU

In der Beurteilung der Außenbeziehungen Russlands erhalten Deutschland und die Europäische Union aus Sicht der russischen Bevölkerung sehr gute Werte. Die Mehrheit sieht die Beziehungen mit Deutschland und der EU als freundlich an. Auf die Frage, wie sie die Beziehungen zu Deutschland bewerten, gaben 56 Prozent an, dass diese freundlich oder sehr freundlich seien. Ebenso wurden die Beziehungen zur Europäischen Union überwiegend als freundlich oder sehr freundlich bewertet (35 Prozent), wenn auch nicht auf dem gleichen hohen Niveau wie die Beziehungen mit Deutschland.

In der Ukraine empfinden 42 Prozent der Befragten die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine überwiegend als freundlich oder sehr freundlich, das Verhältnis zur EU hingegen mit 36 Prozent etwas weniger. Somit findet sich unter den Ukrainern keine Mehrheit, die die Beziehungen mit Deutschland und der EU als freundlich ansieht.

Infografik DW-Trend zur Frage: Wie bewerten Sie die Beziehungen der Ukraine mit... (Grafik: DW)

Deutschland – Interessensverfechter für Russland und die Ukraine in der EU?

Auf die Frage, welches Land der persönlichen Meinung nach in der Europäischen Union sich für russische Interessen einsetzt, wurde von den befragten Russen am häufigsten Deutschland (21 Prozent) genannt. Gefolgt mit deutlichem Abstand von Frankreich (15 Prozent) und Polen (6 Prozent).

Infografik DW-Trend zur Frage: Welche Länder setzen sich für die Interessen Russlands in der EU ein? (Grafik: DW)

Interessanterweise sieht das Bild in der Ukraine etwas anders aus. Von den Ukrainern erhielt dagegen Polen mit 33 Prozent die meisten Nennungen auf die Frage, welches Land die Interessen der Ukraine in der EU vertritt. Deutschland wurde mit Abstand am zweithäufigsten (19 Prozent) genannt.

Infografik DW-Trend zur Frage: Welche Länder setzen sich für die Interessen der Ukraine in der EU ein? (Grafik: DW)

Deutsche Bundeskanzler wenig bekannt

In der Einschätzung, welcher deutsche Bundeskanzler am meisten zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen in den letzten 20 Jahren beigetragen hat, konnte die Mehrheit der befragten Russen und Ukrainer keinen Politiker nennen oder keine Bewertung vornehmen (52 Prozent, respektive 48 Prozent in der Ukraine).

Von den drei Kanzlern des wiedervereinigten Deutschlands wird in Russland Angela Merkel als diejenige Politikerin gesehen, die am meisten zur Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen beigetragen hat (25 Prozent). Der Altkanzler der Einheit Helmut Kohl wurde von 17 Prozent und Gerhard Schröder von 6 Prozent der Befragten genannt.

Auch in der Ukraine bekommt Angela Merkel den höchsten Wert als diejenige Politikerin, die am meisten für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen getan hat (30 Prozent). Die Altkanzler Gerhard Schröder und Helmut Kohl wurden jeweils von 11 Prozent der Befragten genannt.

Methode der Umfrage

Die Befragung wurde bevölkerungsrepräsentativ in Russland und in der Ukraine durchgeführt. In beiden Staaten wurden landesweit jeweils 1000 Personen befragt, an 39 Sample-Points in Russland und an 35 Sample-Points in der Ukraine im Zeitraum vom 01. September bis zum 13 September. Die Gesamtheit der Befragten entspricht der jeweiligen Bevölkerungsstruktur Russlands und der Ukraine.

Autoren: Ingo Mannteufel, Bernd Johann
Redaktion: Markian Ostaptschuk

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