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Fokus Osteuropa

Russen gegen Versöhnungsgeste am 9. Mai

Mit einer großen Militärparade gedenkt Russland alljährlich am 9. Mai des Triumphes über Nazi-Deutschland. Eine zum "Tag des Sieges" erstellte Studie zeigt das Verhältnis der Russen zum heutigen Deutschland auf.

Zwei Soldaten vor russischen Flaggen (Foto: AP)

Militärparade in Moskau

66 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Feiern zum Sieg über das nationalsozialistische Deutschland weiterhin einen großen Stellenwert in Russland. Im vergangenen Jahr nahmen erstmals Truppen der damaligen westlichen Alliierten an der Militärparade in Moskau teil, um die geschichtliche Verbundenheit der Nationen bei diesem dunklen Kapitel auszudrücken.

Frage der historischen Bewertung

Eine mögliche Teilnahme der deutschen Bundeswehr bei einer solchen Parade als Geste der Versöhnung stößt jedoch bei der russischen Bevölkerung mehrheitlich (57 Prozent) auf Ablehnung. Dies ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage des WPA Instituts im Auftrag der Deutschen Welle unter 1000 russischen Bürgern im Alter von 18 bis 60 Jahren, die im April 2011 durchgeführt wurde.

Das aktuelle Ansehen Deutschlands spielt aber weniger eine Rolle bei der Ablehnung. Denn nur acht Prozent begründen ihre Ablehnung damit, dass ihnen die Deutschen noch immer suspekt seien. Rund die Hälfte der Befragten (49 Prozent) lehnt eine Teilnahme der deutschen Armee mit der Begründung ab, dass dies aus historischer Sicht nicht korrekt wäre. Eine Beteiligung der Bundeswehr befürwortet dagegen fast ein Drittel der Befragten (29 Prozent), da das heutige Deutschland nichts mit dem Deutschland von 1945 zu tun habe. Rund 14 Prozent wussten keine Antwort.

DW-Trend-Grafik

Generationsunterschiede

Bezeichnend ist, dass unter der jüngsten befragten Bevölkerungsgruppe, den 18- bis 29-Jährigen, 37 Prozent eine Teilnahme der Bundeswehr befürworten. In der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen lehnen dies hingegen 58 Prozent ab.

Autoren: Ingo Mannteufel / Kishor Sridhar
Redaktion: Markian Ostaptschuk

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