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Rundum schön

Seit jeher herrschen gewisse Schönheitsideale in der Gesellschaft vor, nach denen die Menschen streben. Ein jeder möchte schön sein. Aber Vorsicht! Nicht, dass Sie dem Schönheitswahn verfallen!

Schönheit hat viele Gesichter. Das Schönheitsideal – die Vorstellung davon, was als schön empfunden wird – hängt oft von der jeweiligen Kultur und dem Zeitgeist ab. In Teilen Afrikas gilt ein langer Hals als besonders attraktiv, in China ist es der blasse Teint. Früher galt in Europa ein üppiger Körper als reizvoll, heute ist es der schlanke Körper. Aber egal auf welchen Kontinent wir auch schauen: Schönheit bekommt einen immer höheren Stellenwert, ganz besonders in Industriestaaten.

Schönheit hat ihren Preis

Eine Frau steht in einem Laden vor Kosmetika und überlegt

Die Auswahl des "richtigen" Produkts ist nicht leicht

Hier wird Schönheit mit Jugend assoziiert. Daher ist der vorherrschende Schönheitswahn auch oft gleichzeitig Jugendwahn. Mit allen Mitteln wird versucht, das Altern aufzuhalten. Dafür wird Einiges getan. Die Schönheitsindustrie boomt. Cremes können gar nicht teuer genug sein, wenn sie denn ein faltenfreies Gesicht versprechen. Blattgold oder Kaviar sind da gerngesehene Inhaltsstoffe.

Zweimal im Jahr ist für manche Frau zudem der Besuch auf der Schönheitsfarm ein Muss. Sie verbringt dort einige Tage und verwendet die Zeit einzig und allein auf ihre Schönheit – unter anderem mit Massagen, Schlammpackungen oder Schokoladenmasken. In den Monaten zwischen den Besuchen tut es dann aber auch ein Tagesaufenthalt im naheliegenden Spa, einer Wellness-Einrichtung. Dort wird alles getan, was dem Wohlbefinden und der Schönheit dient: Es wird gecremt, gezupft, enthaart, gepeelt und massiert. Also, frau wird für den Alltag wieder aufgehübscht.

Wer schön sein will, muss leiden

Symbolbild: Eine Frau reißt einem Mann mit einem Wachsstreifen Haare vom rücken

Nur kein Weichei sein!

Aber Halt: Längst hat der Beauty-Wahn auch die Männerwelt ereilt, und das spätestens seit sich der Fußballer David Beckham als metrosexuell geoutet hat. Metrosexuelle Männer beschäftigen sich vorrangig mit dem eigenen Aussehen.

Auch Männer kaufen inzwischen Anti-Falten-Cremes, gehen zur Maniküre oder zupfen sich die Augenbrauen. Und weil glatte und haarlose Haut als schön gilt, haben Waxing-Studios Hochkonjunktur. Hier werden Haare mit Wachs- oder Zuckerpaste aus den Poren gerissen, um die Haut weich wie einen Baby-Popo erscheinen zu lassen.

Bodytuning

Ein Schönheitschirurg untersucht den Bauch einer Patientin

Unter's Messer für einen makellosen Körper

Bis hier kann man sagen: Schön ist, was gefällt. Aber irgendwann kommt der Moment, an dem für die eine oder den anderen das alles nicht mehr ausreicht. Dann ist der Weg zum Schönheitschirurgen nicht mehr weit. Diese oft auch "ästhetische Chirurgen" genannten Ärzte straffen Gesichter mit Liftings, sie saugen an Beinen und Gesäß Fett ab und modellieren den Körper mit Silikonimplantaten.

Längst werden Implantate nicht nur in Brüste eingesetzt, sondern auch in das Gesäß, um es voluminöser erscheinen zu lassen, oder in die Bauchdecke, um Muskeln vorzutäuschen. Alles im Namen des Bodytuning. Wie ein Auto wird auch der Körper mit Extras versehen, aufgemotzt. Ganz im Sinne der schnelllebigen Zeit gibt es inzwischen für den schönheitsbewussten Mensch auch die Schönheit zwischendurch. In der Mittagspause holt man sich ein "Botox-to-go". Dabei wird das Nervengift Botox meist in die Stirn gespritzt, um dort die Muskeln lahm zu legen und die Falten verschwinden zu lassen.

Schöne Schönheitsfehler

Eine Hand mit einem aufgemalten lachenden Gesicht und einem Löwenzahn

Auf die innere Einstellung kommt's an

Die Baustelle Körper verlangt also nach einer Menge Handwerker, um aus vermeintlich unschönen Dingen bildschöne oder gar wunderschöne Dinge zu zaubern. Dabei liegt Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters. Es kann sein, dass der Schönheitsfehler, der uns selbst so stört, für unser Gegenüber ein charmantes Merkmal darstellt.

Das wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein, wenn alle Menschen wunderschön wären. Denn gerade die Tatsache, dass wir Menschen alle verschieden sind und auch unterschiedlich aussehen, macht uns einzigartig und interessant. Außerdem beweisen doch Märchen wie "Die Schöne und das Biest", dass äußere Schönheit nicht alles ist im Leben.

Innere Werte zählen

Ein Hund mit einer großen Brille

Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Schön und gut, Märchen sind nicht die Realität, aber nur weil man ein Schönling ist und anderen gerne schöne Augen macht, muss man nicht automatisch Glück in der Liebe oder Erfolg im Beruf haben. Nach wie vor sind es auch die inneren Werte und Charakterzüge, die für Freundschaft, Liebe und Glück mitbestimmend sind. Das wäre ja noch schöner, wenn einzig und allein das Äußere zählen würde!

Und trotz aller Fortschritte in der Schönheitschirurgie, oder gerade deshalb, gilt die Devise: Schönheit ist vergänglich! Denn irgendwann kann die Botox-Dosis nicht mehr erhöht werden und die Haut nicht noch straffer gezogen werden. Auch Schönfärberei über das wahre Alter nützt dann nichts mehr.

Wahre Schönheit

Spätestens wenn diese Erkenntnis da ist, sollte man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, einem Schönheitsideal entsprechen zu wollen. Wäre es da nicht besser, sich auf die inneren Werte zu besinnen und sich um eine innere Seelenruhe, um eine Schöne Seele, zu bemühen? Denn wie heißt es so schön: Wahre Schönheit kommt von innen!

Fragen zum Text

Metrosexuelle Männer sind ...

1. Transvestiten.

2. bisexuell.

3. mit ihrem Aussehen beschäftigt.

Die Redewendung Schönheit ist vergänglich bedeutet, dass …

1. Schönheit das Wichtigste im Leben ist.

2. Attraktivität im Alter nachlässt.

3. schön sein lukrativ ist.

Flirtet jemand mit einer anderen Person, dann …

1. färbt jemand schön.

2. malt jemand etwas in schönen Farben.

3. macht jemand schöne Augen.

Arbeitsauftrag

Bilden Sie zwei Gruppen, eine Pro- und eine Contra-Gruppe. Diskutieren Sie die Vor- und die Nachteile des Schönheitswahns. Wie stehen Sie persönlich zu Schönheitsoperationen? Würden Sie sich im Namen der Schönheit operieren lassen, oder geht Ihnen das zu weit? Fassen Sie anschließend – jeder einzeln – die Ergebnisse der Diskussion zusammen.


Autorin: Katharina Boßerhoff

Redaktion: Beatrice Warken

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