Rund 300 Menschen in LKW in Mexiko entdeckt | Aktuell Amerika | DW | 04.02.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Menschenschmuggel in die USA

Rund 300 Menschen in LKW in Mexiko entdeckt

Zusammengepfercht auf engstem Raum, ohne Wasser und Lebensmittel: Mexikos Behörden haben rund 300 Männer, Frauen und Kinder festgenommen, die in Lastwagen illegal die Grenze nach Texas überqueren wollten.

Im Nordosten Mexikos sind rund 300 Migranten in Gewahrsam genommen worden. Die Männer, Frauen und Kinder befanden sich in zwei Lastwagen und sollten in den US-Bundesstaat Texas gebracht werden. Wie das Nationale Institut für Migranten (INM) mitteilte, waren 198 Menschen in einem LKW, der im Bundesstaat Tamaulipas nahe der Grenze zu den USA unterwegs gewesen war, auf engstem Raum untergebracht - ohne Wasser, Nahrung und Belüftungsanlage. Unter ihnen seien 79 Minderjährige gewesen, 24 von ihnen waren ohne Begleitung ihrer Eltern. Nach amtlichen Angaben entdeckten Soldaten und Agenten der Einwanderungsbehörde am Samstagabend (Ortszeit) die eingesperrten Migranten, die überwiegend aus Guatemala, Honduras und El Salvador stammten. Drei Verdächtige seien wegen Menschenhandels festgenommen worden, so die Behörde. 

Transitland in die Staaten

Bereits am Vortag war ein anderer Lastwagen unter ähnlichen Umständen zwischen den Bundesstaaten Veracruz und Puebla im Osten des Landes angehalten worden. In dem Fahrzeug wurden nach Angaben der Behörden mehr als 100 Flüchtlinge entdeckt.

El Salvador, Guatemala und Honduras gehören zu den Ländern mit der höchsten Gewalt und Kriminalität außerhalb von Kriegsgebieten. Für viele Migranten aus Lateinamerika, die jedes Jahr illegal in die USA einreisen wollen, ist Mexiko Transitland. Viele von ihnen geraten in die Hände von Schmuggler- und Erpresserbanden. Nach Angaben der mexikanischen Behörden wurden im vergangenen Jahr 82.000 Migranten an der Durchreise gehindert.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete vor einiger Zeit, dass die mexikanischen Einwanderungsbehörden Tausende Menschen aus Zentralamerika in ihre von Gewalt heimgesuchten Herkunftsländer abschieben, ohne dass ihnen Gelegenheit gegeben wird, Asyl zu beantragen. Nach UN-Angaben überqueren jedes Jahr 500.000 Menschen ohne gültige Papiere die Südgrenze Mexikos.

sam/uh (AFP, dpa)