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Politik

Rumsfeld gibt Fehleinschätzung zu

US-Verteidigungsminister Rumsfeld hat eingeräumt, dass es für die Verbindung zwischen Saddam Hussein und Terrorchef Osama Bin Laden keine Beweise gibt. Damit ist ein weiterer Hauptgrund für den Irak-Krieg hinfällig.

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Verteidigungsminister Rumsfeld: Immer mehr Widersprüche

US-Verteidigungsminister Rumsfeld hat schwerwiegende Fehleinschätzungen zum Irak-Krieg zugegeben. Er bezweifelt inzwischen, dass es Verbindungen zwischen Ex-Diktator Saddam Hussein und dem El-Kaida-Chef Osama Bin Laden gab. "Meiner Kenntnis nach habe ich keinen starken, harten Beweis gesehen, der die beiden verbindet", sagte Rumsfeld am Montag (5.10) dem regierungsunabhängigen Rat für Auslandsbeziehungen (Council on Foreign Relations) in New York.

Keine Beweise für Verbindung

"Ich habe jüngst einen Geheimdienstbericht gelesen über eine Person mit Verbindungen zur El-Kaida, die im Irak ein- und ausgegangen ist", sagte Rumsfeld dem Rat. "Das ist eine unglaublich gequälte Darstellung, warum er eine Beziehung (zum Irak) hätte haben können und warum er keine Beziehung hätte haben können." Dies sei nicht gerade ein Beispiel für eine enge Beziehung. Auch innerhalb des Geheimdienstes gebe es Meinungsverschiedenheiten, wie die Beziehung Irak-El-Kaida ausgesehen habe. Rumsfeld räumte weiter ein, dass es auch keine Anhaltspunkte für eine irakische Beteiligung an den Anschlägen gebe.

Rumsfeld widerspricht sich selbst

Verbindungen zwischen Bin Laden und dem Dikatator Hussein dienten der US-Regierung bislang als einer der Hauptgründe für den Irak-Krieg. Noch im September 2002 hatte Rumsfeld Journalisten im Pentagon erklärt: "Uns liegen sehr verlässliche Berichte über hochrangige Kontakte vor, die ein Jahrzehnt zurückreichen sowie über ein mögliches Training mit chemischen und biologischen Stoffen. Und wenn ich Kontakte sage, meine ich zwischen dem Irak und El-Kaida." Außerdem sagte er damals: "Wir haben unserer Einschätzung nach glaubwürdige Beweise, dass Anführer der El-Kaida sich um Kontakte im Irak bemüht haben, die ihnen beim Erwerb der Fähigkeiten für (den Bau von) Massenvernichtungswaffen helfen könnten."

Eine US-Untersuchungskommission hatte bereits im Juli festgestellt, dass es keine Beweise für eine Zusammenarbeit zwischen El-Kaida und dem Irak bei den Anschlägen am 11. September 2001 gegeben habe.

Krieg als Prävention

Auf die Frage des Rates nach dem wichtigsten Grund für den Irak-Krieg sagte Rumsfeld, US-Präsident George W. Bush habe die Einschätzung getroffen, dass Saddam ein Regime geleitet habe, das Massenvernichtungswaffen gegen sein eigenes Volk sowie seine Nachbarn eingesetzt habe und dass es wichtig sei, dieses Regimes abzusetzen, bevor sie sich entweder selbst Massenvernichtungswaffen aneigne oder sie an Terror-Netzwerke weitergebe." Rumsfeld räumte ein, dass keine derartigen Waffen im Irak gefunden worden seien. Er wisse nicht, warum die Geheimdienstinformationen falsch gewesen seien, sagte er. "Aber mit Saddam Hussein im Gefängnis statt an der Macht geht es der Welt sehr viel besser." (stl)

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