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Europa

Rumänien weist Betrugsvorwürfe zurück

Das Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten stammte angeblich aus Rumänien. Nach aktuellen Ermittlungen liegen aber keine Beweise für einen Etiketten-Schwindel in rumänischen Pferdeschlachthöfen vor.

Der Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten, das als Rindfleisch etikettiert wurde, reicht bis in rumänische Schlachthöfe - denn nach Angaben der französischen Behörden stammte das Pferdefleisch, das die Firma Spanghero mit Sitz in Südfrankreich an weitere europäische Unternehmen geliefert hatte, aus Rumänien und war über zyprische und niederländische Zwischenhändler nach Frankreich gelangt.

In Rumänien selbst gibt es keinen Markt für Pferdefleisch - aus ethischen Gründen, denn Pferde gelten hier ausschließlich als Nutz- und Haustiere. Trotzdem wird es reichlich produziert: Das Land exportiert jährlich Pferdefleisch im Wert von zehn bis zwölf Millionen Euro. Damit gehört es zu den wichtigsten Exporteuren von Pferdefleisch in Europa. Die Hauptabnehmer sind Italien, Bulgarien und die Niederlande. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Bukarest ist der Pferdefleisch-Export im letzten Jahr um neun Prozent gestiegen.

Französische Firma unter Verdacht

Ein Pferd mit Zügeln (Foto: AFP/Getty Images)

In Rumänien wird praktisch kein Pferdefleisch gegessen

Der Skandal um das Pferdefleisch hat sowohl in der rumänischen Politik als auch in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Präsident Traian Băsescu wies in einer offiziellen Stellungnahme darauf hin, dass Rumänien einen beträchtlichen Image-Schaden erleiden könnte, sollte sich der Verdacht eines Etiketten-Schwindels bestätigen.

Die Bukarester Regierung bestreitet, dass sich dieser Betrug in Rumänien abgespielt hat und verweist auf eigene Ermittlungen in mehreren Betrieben, im Nordosten und in der Mitte des Landes. Das Pferdefleisch sei korrekt ausgewiesen worden, dafür gebe es klare Nachweise, behaupten auch die Vertreter der Schlachthöfe. Für die Unschuld der rumänischen Schlachthöfe im Pferdefleisch-Skandal sprechen auch Recherchen der französischen Zeitung "Le Parisien". Diese meldete, sie habe drei Rechnungen bei rumänischen Behörden eingesehen, die den Verdacht auf die Firma Spanghero in Südfrankreich und auf einen zyprischen Zwischenhändler lenkten. Das Pferdefleisch sei in den Rechnungen auch als solches gekennzeichnet worden. Vertreter von Spanghero widersprechen diesem Bericht. Die Rechnungen seien der französischen Anti-Betrugsbehörde übergeben worden und sollen überprüft werden.

Image-Verlust für rumänische Schlachthöfe

Porträt des rumänischen Premiers Victor Ponta (Foto: AP/dapd)

Ponta: Rumänien soll nicht "Verdächtiger vom Dienst" sein

Der rumänische Premierminister Victor Ponta erklärte, man könne es nicht akzeptieren, dass Rumänien immer wieder als "Verdächtiger vom Dienst" behandelt werde. Der BBC sagte Ponta: "Bis zu diesem Zeitpunkt besteht Klarheit darüber - und das zeigen sowohl die Überprüfungen der rumänischen und europäischen Behörden als auch jene der Presse - dass rumänische Betriebe Pferdefleisch standardgemäß exportieren".

Auch der rumänische Agrarminister Daniel Constantin erklärte nach einem Treffen in Brüssel mit Amtskollegen aus sieben vom Skandal betroffenen Ländern, die aktuellen Untersuchungen würden bestätigen, dass sein Land zu Unrecht verdächtigt werde.

Die rumänischen Schlachthofbesitzer fürchten trotzdem durch den Pferdefleisch-Skandal einen beträchtlichen Image-Verlust. Manche Kunden könnten in Zukunft viel zurückhaltender beim Kauf ihrer Ware sein, so die Vertreter der Branche.

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