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Europa

Rumänien als sicherer Hafen für Flüchtlinge

Ihre Reise verlief vom Sudan über den Irak nach Rumänien. Erst hier fanden sie Schutz. 157 Sudanesen leben zurzeit im Transitlager der Vereinten Nationen und warten auf ihre Einreiseerlaubnis in die USA.

Flüchtlinge aus Darfur (Foto: AP/Alfred de Mentesquiou)

Für einige Flüchtlinge aus dem Sudan ist Rumänien die Rettung

Renovierte Baracken der Armee stehen links und rechts, dazwischen liegt eine Grünfläche, auf der Kinder Fußball spielen. Ein Zaun verläuft um das Gelände - zum Schutz der Flüchtlinge. Das weltweit erste Transitlager der Vereinten Nationen sieht ein wenig schäbig aus.

Vom Sudan über den Irak nach Rumänien

Doch für Fatima Salih ist das Lager im westrumänischen Temeschwar ein sicherer Hafen nach einer Odyssee durch Afrika und den Vorderen Orient. Vor einigen Jahren war sie zusammen mit ihrem Mann aus Darfur in den Irak geflohen. Dann kam der Krieg. "Vor dem Krieg war das Leben im Irak gut. Dann wurde es sehr schlecht", sagt sie. Das liege daran, dass sie Schwarze seien, sagt ihre Tochter Safa. "Die Iraker mögen keine Schwarzen. Sie sind in unser Haus eingedrungen, wir wurden belästigt", erzählt sie.

Die Familie floh in die irakische Wüste und kämpfte drei Jahre lang ums Überleben. Im Dezember wurde sie vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen nach Temeschwar ausgeflogen. Bis zu einem halben Jahr dürfen die Sudanesen in Rumänien bleiben. Die Vorbereitungen für die Weiterreise der Familie Salih in die USA laufen. Dazu gehört auch der Sprachunterricht bei einer Hilfsorganisation in der Nachbarschaft.

Große Hilfsbereitschaft in Temeschwar

Flüchtlinge stehen in einem Flüchtlingscamp in Nord-Darfur um Essen an (Foto: AP)

Flüchtlinge in Temeschwar haben es besser als die Flüchtlinge im Sudan (Archivfoto: Juli 2004)

Der Empfang der sudanesischen Flüchtlinge in Temeschwar war freundlich. Damit das auch so bleibt, ziehen lokale Menschenrechtsorganisationen mit Informationsständen durch die Stadt, um die Bürger aufzuklären - mit Erfolg. "Es ist sehr gut, dass wir diese Leute aufnehmen. Früher waren wir es, die flüchten mussten und andernorts Zuflucht gefunden haben, als es uns schlecht ging", erzählt ein Mann. Fremdenfeindlichkeit gebe es nicht, sagt ein anderer. "Wir leben doch auf der gleichen Erde."

In Temeschwar wollen viele helfen. Die Ärztin Anusca Clitan zum Beispiel kommt ehrenamtlich zur Visite ins Lager. Sie trifft dort häufig auf Patienten wie Fatima Salih, die über rasende Kopfschmerzen klagen. Anusca Clitan hat für alle ein offenes Ohr, und das ist manchmal wichtiger als ein Rezept. "Es gab in den vergangenen Wochen immer wieder Patienten, die ohne tatsächliche Krankheit zu mir kamen. Ich habe ihnen dann erklärt, dass sie nicht körperlich krank sind, dass keine akute Gefahr besteht. Es geht nicht um chronische Krankheiten, es geht um Angst und Panik", sagt die Ärztin.

Rumänien hofft auf besseres Image

Blick auf den Palast in Bukarest (Foto: picutrealliance/dpa)

Rumäniens Image könnte sich durch das Transitlager aufbessern

Die Gastfreundschaft der Menschen von Temeschwar hilft den Flüchtlingen. Aber nicht nur ihnen, räumt der Chef des Lagers, Constantin Daminescu, ein. Auch Rumänien soll vom humanitären Engagement profitieren. "Sicherlich geht es auch um das Image Rumäniens im Ausland. Ich glaube, dass die Tatsache, dass wir diesen Menschen hier helfen, Rumänien weltweit positiv angerechnet wird", sagt er.

Und so bietet eines der ärmsten Länder der Europäischen Union den Flüchtlingen aus dem Sudan wenigstens für ein paar Monate eine sichere Bleibe.

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