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Aktuell Europa

Rumänen trauern nach Brandkatastrophe

Zehntausend Menschen sind in einem Gedenkmarsch durch die Innenstadt bis zu dem abgebrannten Nachtclub in Bukarest gezogen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 30 und könnte sich noch erheblich erhöhen.

Mit Blumen und Kerzen gingen die Bukarester durch die rumänische Hauptstadt bis zum Unglücksort, um ihre Trauer und ihr Mitgefühl zu zeigen. Bei dem Feuer am Freitagabend und dem anschließenden Gedränge waren 27 Menschen ums Leben gekommen, drei weitere erlagen bis Sonntagabend ihren Verletzungen. Etwa 140 Nachtclub-Besucher liegen noch im Krankenhaus, 35 von ihnen schweben nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiter in Lebensgefahr.

In dem in einem Keller gelegenen Club "Colectiv" hatten Feuerwerkskörper, die bei einer Bühnenshow verwendet wurden, eine Säule und einen Deckenabschnitt in Brand gesetzt. In Sekundenschnelle füllte sich der Club mit Rauch, Panik brach aus.

Ein Meer von Kerzen und Blumen im Gedenken an die Opfer vor dem Eingang des abgebrannten Clubs (Foto: rtr)

Ein Meer von Kerzen und Blumen im Gedenken an die Opfer vor dem Eingang des abgebrannten Clubs

Sicherheitsmängel in dem Club

Rumäniens Präsident Klaus Iohannis kritisierte am Sonntag nochmals Sicherheitsmängel in der Discothek. Es sei "unvorstellbar", dass sich derart viele Menschen in dem kleinen Club aufgehalten hätten und sich das Feuer in Windeseile habe ausbreiten können, nur weil "einfache Vorschriften ignoriert wurden". Laut Innenministerium waren zum Unglückszeitpunkt zwischen 300 und 500 Besucher in der Discothek. Ein Überlebender schilderte, Menschen seien niedergetrampelt worden. "Um rauszukommen, musste ich mir einen Weg durch die Bewusstlosen bahnen, die vor dem einzigen Ausgang lagen."

Leicht entflammbare Isolierung verwendet

Für die Akustik im Raum wurde nach Angaben der Ermittler leicht entflammbares Isolationsmaterial von schlechter Qualität verwendet, was die Ausbreitung des Feuers beschleunigt hat. Überdies war die Decke mit Holzbalken verziert, die Feuer fingen und auf die flüchtenden Menschen niederstürzten.

Zudem hatte der Club keine Genehmigung für Konzerte oder Pyrotechnik-Shows. Nur ein Ausgang war geöffnet, einen Notausgang gab es nicht. Darüber hinaus waren die Zufahrten für die Feuerwehr zu eng, wodurch die Löscharbeiten erschwert wurden.

In den vergangenen Jahren waren nach einem Medienbericht bereits zwei andere Clubs der drei Discothekenbetreiber ausgebrannt.

se/kle (afp, dpa)

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