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Politik

Ruhiger Fachmann

Personalwechsel an der Spitze der WHO: Jong-Wook Lee leitet künftig die Weltgesundheitsbehörde. Im Gegensatz zu seiner Vorgängerin war der Mediziner bislang politisch wenig aktiv.

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Der Neue: Jong-Wook Lee, Generaldirektor der WHO

Charisma soll er nicht haben, aber dafür auch keine Allüren. Als bescheiden und sympathisch wird er empfunden, der 58- jährige Jong-Wook Lee aus Südkorea. Am Montag (21.7.2003) übernimmt er das Amt des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nominiert wurde er bereits im Januar, gewählt fünf Monate später.

Für viele kam die Nominierung von Lee überraschend. Als heißer Favorit für das Amt galt der Afrikaner Pascoal Mocumi, der Premierminister von Mosambik. Dass Lee trotzdem gewählt wurde, verdankt er der geschlossenen Unterstützung der asiatischen Länder.

Neu, aber wenig bekannt

Gro Harlem Brundtland WHO

Vorgängerin: Gro Harlem Brundtland aus Norwegen

Anders als seine Vorgängerin, Gro Brundtland aus Norwegen, war Lee nicht auf der politischen Bühne bekannt. Brundtland sammelte 15 Jahre lang in der norwegischen Regierung Erfahrungen auf dem politischen Parkett, bevor sie an die Spitze der WHO gewählt wurde. Dagegen ist Lee ein WHO-Veteran und steht im Ruf, bisher wenig politisch engagiert gewesen zu sein. Gemeinsam scheint Lee mit seiner Vorgängerin nur zu haben, dass beide ausgebildete Mediziner sind.

Kampf der Armut, Kampf den Krankheiten

Schon bei seiner Wahl im Mai verkündete Lee seine Visionen für die WHO: Künftig soll mehr vor Ort gearbeitet und eine bessere Vernetzung der weltweiten Aktivitäten angestrebt werden. Dafür sollen bis 2005 drei Viertel der finanziellen Mittel und des Personals den regionalen Büros und nicht mehr dem Hauptsitz der WHO in Genf zur Verfügung stehen. Außerdem möchte Lee dafür sorgen, das alle Menschen Zugang zu einer grundlegenden medizinischen Versorgung bekommen. Ganz oben auf seiner Agenda steht der Kampf gegen AIDS. Auch die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen wie SARS will Lee eindämmen. Um das zu erreichen, soll die weltweite Überwachung von Krankheiten ausgebaut werden.

Mit der WHO groß geworden

Bei der Umsetzung der Pläne hat er einen großen Vorteil: Er kennt die internen Strukturen und die Fußangeln der riesigen Institution, hat in sämlichen Bereichen gearbeitet - sowohl auf Länder- und regionaler Ebene als auch in der Zentrale. Vor 20 Jahren begann seine Laufbahn bei der WHO als Mitarbeiter am LBJ Tropical Medical Center auf Amerikanisch-Samoa. Zuletzt leitete er das Tuberkolose Programm.

WHO Gebäude in Genf

Zentrale der Weltgesundheitsorganisation in Genf

Während seiner Karriere bei der WHO hat Lee sich den Ruf erworben ein guter, umsichtiger Manager zu sein. Er gilt aber auch als Mann des Ausgleichs, der offene Konfrontationen scheut - daher werden von ihm keine großen Umstrukturierungen der WHO mit ihren über 8.000 Mitarbeitern erwartet. Es scheint als würde die WHO in der Zukunft durch ruhige Gewässer gleiten. Für manche vielleicht eine Wohltat, denn die Reorganisationen von Lees Vorgängerin hatten sich nicht immer als sinnvoll erwiesen.

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