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Aktuell Nahost

Rufe nach Waffenruhe im Nahen Osten

Es ist noch nicht zu Ende. So kommentierte Israels Ministerpräsident Netanjahu die Militäroperationen der letzten Stunden. Trotz steigender Opferzahlen hält die Regierung an den Angriffen auf Ziele im Gazastreifen fest.

Die israelische Armee hat nach Angaben der Regierung in Jerusalem im Kampf gegen radikale Palästinenser mehr als 1000 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schloss am Freitag den Einsatz von Bodentruppen erneut nicht aus: "Wir prüfen alle Möglichkeiten und wir bereiten uns auf alle Gegebenheiten vor." Bei dem seit Tagen anhaltenden Konflikt sind Hunderte Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel niedergegangen. Berichte über israelische Todesopfer liegen nicht vor. Nach palästinensischen Angaben sind bei den israelischen Luftangriffen mehr als 120 Palästinenser gestorben.

Und am Samstagmorgen gingen die Aktionen weiter. Neue israelische Luftschläge wurden aus Dschebalija im Norden und aus Deir al-Balah sowie aus Gaza gemeldet.

Die israelischen Streitkräfte hatten am Dienstag ihre Offensive "Schutzrand" begonnen, um den massiven Raketenbeschuss durch die radikalislamische Hamas aus dem Gazastreifen zu stoppen. Netanjahu unterstrich in Tel Aviv ungeachtet der zunehmenden internationalen Kritik, der Einsatz werde fortgesetzt, bis keine Raketen mehr auf Israel abgeschossen würden und wieder Ruhe herrsche.

Flughafen im Visier

Die militanten Palästinensergruppen nahmen ihrerseits erstmals den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ins Visier. Drei Raketen seien über dem Großraum der Stadt abgefangen worden, teilte die Armee mit. Die israelische Nachrichtenseite "ynet" berichtete, der Flugverkehr sei während des Raketenalarms gestoppt worden.

Auslöser der schwersten Krise seit 2012 waren der gewaltsame Tod dreier jüdischer Jugendlicher und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen. Darüber hinaus will die Palästinenserorganisation Hamas die Regierungen Israels und Ägyptens zwingen, die Abriegelung des Gazastreifens zu lockern.

Während Israel an der Grenze massiv Truppenverbände zusammenzieht, dringt die US-Regierung in Washington auf eine rasche Feuerpause. "Je schneller wir eine Waffenruhe erreichen können, umso besser ist das für beide Seiten", sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest. Ein Ende der Gewalt sei nicht nur im Interesse von Israelis und Palästinensern, sondern im Interesse der gesamten Region. Die andauernde Gewalt bringe unschuldige Zivilisten in Gefahr.

Die USA schalten sich vermehrt ein

Zuvor hatte Obama bereits dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eine Vermittlung der USA angeboten. Sein Sprecher Earnest rief nun beide Seiten zur Zurückhaltung auf und appellierte an sie, alles zu tun, um wieder Ruhe herzustellen. Zugleich verurteilte er erneut den Raketenbeschuss durch die Hamas und bekräftigte das Selbstverteidigungsrecht Israels. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sprach mit seinem israelischen Kollegen Mosche Jaalon. Hagel teilte dabei seinem Kollegen mit, wie besorgt man über eine weitere Eskalation sei.

Feuer und Rauch nach Luftangriffen im Gaza-Streifen Foto: afp)

Feuer und Rauch über dem Gaza-Streifen

UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay rief Israel wie auch Palästinenser auf, die Rechte der Zivilbevölkerung zu respektieren. Sie kritisierte sowohl das israelische Vorgehen als auch die Raketenangriffe. Berichte über die Bombardierung von Wohnhäusern im Gazastreifen gäben Anlass zur Sorge, dass Israel die Menschenrechte verletze, sagte Pillay in Genf.

Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Donnerstagabend beschlossen, drei Infanteriebrigaden für einen möglichen Bodeneinsatz an die Grenze zu verlegen. Ein oder zwei weitere Brigaden sollten in den kommenden Tagen zur Verstärkung anrücken, sagte Lerner. Insgesamt wurden 33.000 israelische Reservisten mobilisiert.

Nach Angaben der UN-Hilfsorganisation für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) wurden schätzungsweise 300.000 der 1,8 Millionen Bewohner des Gazastreifens zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Diese Taktik habe die Armee bereits im Gaza-Krieg 2012 angewandt, schrieb UNRWA-Sprecher Chris Gunness im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Jedoch kämen viele Zivilisten dieser Aufforderung diesmal nicht nach. Die Organisation warnte außerdem vor Engpässen bei der medizinischen Versorgung.

ml/cw (dpa,rtr,afp)