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Wissen & Umwelt

Rudolf Jaenisch - Star der internationalen Stammzellforscher-Szene

Stammzellforscher Rudolf Jaenisch (67), Whitehead-Institute, Boston (Foto: dpa)

Von der amerikanischen Art des Forschens war der aus Deutschland stammende Rudolf Jaenisch schon als Dreißigjähriger begeistert. Dem schwerfälligen Universitätsalltag in München hatte er bald nach der Promotion den Rücken gekehrt. An der Elite-Universität Princeton fand er den Freiraum, den er brauchte. Und tatsächlich gelang ihm dort schon bald ein Durchbruch, der ihn weltweit bekannt machte. Bei der Erforschung von Krebsgenen mit Hilfe von Viren hatte er 1972 quasi nebenher die erste genetisch veränderte Maus geschaffen. Die Maus enthielt in allen Zellen ein neues Gen, das aber inaktiv blieb.

Rudolf Jaenisch wollte wissen warum, und so lernte er die Prozesse kennen, die das Erbgut aller Lebewesen regulieren: die Epigenetik. Vor allem die so genannte Methylierung erregte seine Aufmerksamkeit. Durch kleine chemische Anhängsel (Methylgruppen) werden Gene in den Zellen stumm geschaltet. Mit 42 Jahren fand Jaenisch nach Aufenthalten in San Diego (Salk-Institute) und Hamburg (Pette-Institut) den idealen Ort für seine Forschung: Das Whitehead-Institute in Boston. Hier arbeitet die Elite der amerikanischen Molekularbiologen, und jeder Wissenschaftler lehrt gleichzeitig am angesehenen MIT (Massachusetts Institute of Technology).

Herr der Mäuse

Hier betreibt Jaenisch bis heute (als 67jähriger) Spitzenforschung. Er untersuchte zum Beispiel die molekularen Vorgänge beim Klonen und züchtete Mäuse, die als Modelle für verschiedene Krankheiten (z.B.Parkinson) dienen. Sein Hauptinteresse aber galt und gilt der Reprogrammierung. Durch epigenetische Prozesse werden dabei reife Zellen in einen embryonalen Zustand versetzt. So lassen sich aus Körperzellen induzierte Stammzellen gewinnen (IPS). Sie gelten als zukünftige ideale Heilmittel für viele Krankheiten. Kaum ein anderer Wissenschaftler auf der ganzen Welt hat eine derartige Erfolgsbilanz über vier Jahrzehnte aufzuweisen. Ein Nobelpreis wäre mehr als verdient.

Autor: Michael Lange

Redaktion: Judith Hartl

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