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Sport

Rudern

Schon die alten Ägypter legten sich beim Rudern ins Zeug – allerdings nur zu Arbeitszwecken. Den Sport Rudern erfanden die Engländer im 18. Jahrhundert...

Piktogramm für Rudern bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

„Energie, Initiative, Kraft und Gesundheit“ – das alles stecke im Rudern, schwärmte Pierre de Coubertin, der Gründer der modernen Olympischen Spiele. Er sorgte dafür, dass die besten Ruderer bei den ersten Spielen 1896 in Athen antreten durften. Aber weil das Wetter so schlecht war, fielen die Wettbewerbe ins Wasser. Äußere Bedingungen wie Wind, Wellen, Strömung, Wassertiefe- und Temperatur sind entscheidende Faktoren. Bis heute.

Wenn sie Rennen rudert, erzählt Tina Manker, die amtierende Vize-Weltmeisterin bei den Junioren, dann könne es schon mal passieren, dass man die Läufe untereinander nicht vergleichen könne. „Weil der Wind so böig ist, dass man dann halt, wenn man eine Böe mehr hat, gleich fünf Sekunden langsamer ist.“ Deshalb gibt es im internationalen Leistungssport Rudern inzwischen auch keine offiziellen Weltrekorde mehr. Nur noch Listen mit Weltbestzeiten. Auf denen stehen jene Ruderer, die ihren Ohren vertrauen. Denn ob das Boot richtig läuft, erklärt Tina Manker, das höre man: an dem „leisen Gurgeln unter dem Heck“.

In Athen holte die Berlinerin Katrin Rutschow- Stomporowski noch überlegen olympischen Gold im Frauen-Einer für Deutschland - 2008 in Peking wird der Deutsche Ruder-Verband (DRV) in dieser Bootsklasse nicht mehr vertreten sein. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Gold in Athen für Katrin Rutschow-Stomporowski im Einer, in Peking sind Deutsche in dieser Disziplin nicht am Start.

2000 Meter müssen die Ruderer bei den olympischen Regatten zurücklegen. In insgesamt 14 verschiedenen Wettbewerbsklassen: vom Einer, über den Zweier oder Doppelzweier, den Vierer oder Doppelvierer bis zum Achter. Im Einer komme es vor allem darauf an, dass man sich selbst motivieren kann, erklärt Tina Manker, die sich in dieser Bootsklasse für die Startplätze bei den großen Wettkämpfen qualifizieren muss. Im Doppelzweier müsse man sich „perfekt einstimmen können“ auf seinen Partner. „Wenn es vom Menschlichen nicht so passt, dann ist es im Doppelzweier halt eher schwierig“, sagt Manker. Im Vierer gehe das dann schon eher, was auch wichtig sei, da das eine ganz schnelle Bootsklasse sei. „Und Achter ist noch schneller, aber dann hat man natürlich auch neun verschiedene Charaktere da drin“, schiebt sie schnell hinterher.

Das Flaggschiff: der Achter

Der neunte Mann im Achter, der Steuermann, ist eine der Besonderheiten des Achters. Das größte Ruderboot ist außerdem eines der wenigen, bei dem die Sportler mit beiden Händen ein- und denselben Riemen durchs Wasser ziehen und nicht je eine Hand an einem kürzeren Ruder, dem so genannten Skull haben. Beide Techniken haben ihre Helden: Perfektion an Skulls und Riemen zeigte der Brite Steven Redgrave. Er gewann zwischen 1984 und 2000 fünfmal hintereinander olympisches Gold. Und heute?

Der neue Deutschland-Achter in der Besetzung Peter Thiede (Steuermann), Bernd Heidicker, Philipp Stüer, Thorsten Engelmann, Sebastian Schulte, Jochen Urban, Philipp Naruhn, Florian Eichner und Sebastian Schmidt (l-r) beim Training auf dem Dortmund-Ems Kanal in Dortmund. Drei Monate vor den Olympischen Spiele entschloss sich Trainer Dieter Grahn aufgrund der Formschwäche einiger Crew-Mitglieder zu einer mutigen Umbesetzung. Foto: Bernd Thissen +++(c) dpa - Report+++

Der neue Deutschland-Achter

Tina Manker zählt bei den Männern Marcel Hacker und den Neuseeländer Mahe Drysdale zu den ganz großen Ruderern. Bei den Frauen nennt sie Kathrin Boron, die sich wie Hacker schon lange „an der Spitze hält.“

Allen Dreien hat das junge Rudertalent Jahrgang 1989 allerdings etwas voraus. Tina Manker hat auf der Olympia-Regattastrecke in Peking schon ein Finale absolviert: bei der Junioren-WM im August 2007. Sie kennt die Strecke, auf der sich die weltbesten Ruderer im nächsten Jahr messen werden. Und sie schätzt das, was die Chinesen am Rande Pekings aufgebaut haben – „Die beste Strecke“, die sie bisher gesehen habe, sagt Manker: „total gut angelegt“; die Chinesen würde selbst immer sagen, sie sei „besser am Wind ausgerichtet als die Start-, und Landebahn vom Flughafen.“

Trotz Smog gute Bedingungen auf Pekings Regatta-Strecke

Vormittags wehe an der olympischen Regattastrecke meist günstiger Schiebewind, nachmittags aber Gegenwind, erzählt Tina Manker. Und noch etwas darf die Ruderer nicht irritieren: der dichte Smog über Chinas Hauptstadt. Wer kommt mit diesen Bedingungen am besten klar und rudert 2008 auf Goldkurs? Für die Vize-Weltmeisterin bei den Junioren ist die Antwort schnell gefunden: „auf jeden Fall die Chinesen.“ Ansonsten hätten noch die Boote aus Großbritannien, Neuseeland und auch aus Deutschland gute Chancen, meint Manker.

Wer immer in Peking eine Goldmedaille holt. Er sollte sie gut festhalten. Sonst könnte es ihm ergehen wie dem legendären russischen Ruderer Iwanow 1956 in Melbourne: er freute sich so überschwänglich über seine erste olympische Goldmedaille, dass sie statt in der Vitrine auf dem Grund des Wendouree-See landete.

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