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Afrika

Ruanda: Mediendialog der Region Große Seen

Bezahljournalismus und schwierige Ehemänner: Journalisten aus Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo diskutierten bei einem Mediendialog Probleme im Mediensektor und ihre wechselseitige Wahrnehmung.

Mediendialog für Journalisten aus Ruanda, DR Kongo und Burundi, Netzwerk-Treffen veranstaltet von DW Akademie in Kigali (Foto: DW Akademie/Julia Elvers-Guyot).

Netzwerktreffen in Kigali

Darf ein Journalist eine Fahrtkosten-Pauschale annehmen, wenn er zu einer Pressekonferenz fährt und das eigene Medienhaus nicht für die Kosten aufkommen kann? Wie groß ist die Gefahr, nur Terminen hinterher zu hecheln, bei denen solche Pauschalen gezahlt werden? Und wo bleibt dann noch Zeit für weitere Recherchen?

Virulente Fragen in der Region der Großen Seen - sind doch viele Medienhäuser immer wieder von finanziellen Engpässen betroffen. Wie groß die Gefahr ist, einem "Bezahljournalismus" zu erliegen, diskutierten Mitte Oktober zwölf Journalisten aus Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Burundi. Die DW Akademie hatte sie im Auftrag des Auswärtigen Amts zu einem einwöchigen Mediendialog nach Kigali eingeladen.

Apollinaire Mupiganyi von Transparency International Ruanda stellte die Ergebnisse einer gerade erschienenen und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale finanzierten Studie zum Thema "Korruption im Mediensektor in Ruanda" vor. Diese hatte in Ruanda großes Aufsehen erregt und sorgte auch unter den Teilnehmern des Mediendialogs für viel Diskussionsstoff. Peacemaker Mbungiramihigo, Vorsitzender des Media High Council von Ruanda, rief die Medienhäuser dazu auf, mehr für ihre finanzielle Nachhaltigkeit zu tun, um bessere Gehälter zahlen zu können und die Mitarbeiter so weniger anfällig für Korruption zu machen.

Mediendialog für Journalisten aus Ruanda, DR Kongo und Burundi, Netzwerk-Treffen veranstaltet von DW Akademie in Kigali (Foto: DW Akademie/Julia Elvers-Guyot).

Unterschiede und Gemeinsamkeiten - Ruanda, DR Kongo und Burundi

Zweites großes Thema war die Rolle und das Bild von Frauen in den Medien. Agathonique Barakukuza von der regionalen Journalistinnen-Vereinigung RFMGL (Réseau des Femmes des Médias des Grands Lacs) arbeitete in ihrem Vortrag heraus, dass Frauen in der Region der Großen Seen in Medien nicht nur unterrepräsentiert sind. Vielmehr lasse auch das Bild der Frauen in den Medien zu wünschen übrig. So würden Frauen überwiegend in einer Opferrolle dargestellt, Geschichten erfolgreicher Frauen gebe es dagegen kaum. Barakukuza plädierte dafür, mehr Frauensendungen zu schaffen. Einige Teilnehmerinnen machten deutlich, dass das allein nicht ausreiche: oft scheitere die Unterstützung der Frauen und ihres Engagements im Journalismus nämlich bereits an den eigenen Ehemännern.

Um gängige Vorurteile zwischen den drei Ländern ging es in einem weiteren Teil des Austauschs. Dabei wurde viel gelacht - doch hinter den Vorurteilen verbirgt sich reichlich Zündstoff. Die Diskussion darüber regte die Journalisten dazu an, nach dem Mediendialog differenzierter über das jeweils andere Land zu berichten und so dazu beitragen, die Bevölkerung für Konfliktthemen zu sensibilisieren.

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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