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Aktuell Afrika

Ruanda klagt Kongo wegen Granatenbeschuss an

Seit Tagen schlagen immer wieder Granaten aus dem Kongo in Ruanda ein. Jetzt wurde eine Frau getötet. Die Regierung in Kigali will den Beschuss nicht länger hinnehmen.

Allein am Donnerstag gingen zehn Artilleriegeschosse auf ruandischem Territorium nahe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo nieder. Eine Frau wurde getötet und ihr Baby verletzt, als eine Mörsergranate auf einem Markt im Bezirk Rubavu einschlug. Die Region liegt nicht weit von der kongolesischen Krisenregion Kivu entfernt. Ruandas Außenministerin Louise Mushikiwabo bezeichnete die Angriffe als inakzeptabel und als Provokation.

Ruanda habe sich zurückgehalten, so lange es konnte, jetzt aber könnten diese Provokationen nicht länger toleriert werden, sagte die Ministerin. "Wir werden nicht zögern, unser Territorium zu verteidigen." Bereits am Mittwoch hatten 13 Geschosse den Bezirk Rubavu getroffen, am Samstag waren fünf Mörserbomben in mehreren Dörfern im Westen des Landes eingeschlagen. Der Sprecher der ruandischen Armee, Joseph Nzabamwita, erklärte die kongolesischen Streitkräfte hätten die Geschosse abgefeuert.

UN machen M23-Rebellen verantwortlich

Dem widersprachen die Vereinten Nationen in New York. Der stellvertretende Chef der UN-Friedenseinsätze, Edmond Mulet, habe vor dem Sicherheitsrat erklärt, die UN-Friedenstruppe im Kongo – MONUSCO – habe in den letzten Wochen nur die Rebellen der Bewegung M23 beim Beschuss Ruandas beobachten können.

Ruandas stellvertretender UN-Botschafter Oliver Nduhungirehe wies die Darstellung zurück und forderte eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle. Dem schloss sich der Sicherheitsrat in einer Erklärung an.

Die Vereinten Nationen beschuldigen Ruanda und Uganda, die M23-Miliz zu unterstützen. Die Regierungen beider Nachbarländer bestreiten dies. Die kongolesische Armee attackiert seit Mitte der Woche gemeinsam mit UN-Blauhelmsoldaten Stellungen der M23 im Norden von Goma.

Der jahrzehntelange Kampf um Bodenschätze

Die Miliz war von ehemaligen Rebellen gegründet worden, die 2009 im Rahmen des Friedensprozesses in die kongolesische Armee integriert worden waren. Sie hatten diese wieder verlassen, nachdem die Regierung in Kinshasa angeblich Versprechungen nicht eingehalten hatte. Die Stärke der Miliz wird auf rund 1000 Mann geschätzt.

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo wird seit Jahrzehnten von Kämpfen und Bürgerkriegen erschüttert. Dabei geht es neben ethnischen Problemen und Fragen der Landverteilung vor allem um die reichen Bodenschätze. Die Zentralregierung in dem mehr als 2500 Kilometer entfernten Kinshasa kontrolliert nur kleine Teile der Region.

gmf wa (afp, ap, dpa, epd, rtr)