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Wirtschaft

RTL sendet nur noch für Bertelsmann

Ein Deal mit dem britischen Pearson-Konzern macht es möglich: Die deutsche Bertelsmann AG kontrolliert RTL, Europas führende Radio- und TV-Holding, jetzt fast vollständig.

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Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh

Wie Bertelsmann in Gütersloh bekannt gab, wechselte der 22-Prozent-Anteil von Pearson an RTL für 1,5 Milliarden Euro zu Bertelsmann. Die britische Pearson plc hatte in den vergangenen Monaten das Interesse an dem RTL-Investment verloren. Anfang des Jahres hatten sich die beiden Großgesellschafter Bertelsmann (37 Prozent) und Groupe Bruxelles Lambert (GBL) zusammengetan. Die GBL tauschte ihren Anteil gegen 25 Prozent der Bertelsmann-Anteile. Damit gab es für Pearson keine Chance mehr, auf die weitere RTL-Entwicklung Einfluss zu nehmen.

Pearson brachte im April 2000 seine erfolgreiche TV-Tochter in die Fusion mit der CLT-Ufa. Daraus entstand der einzige europaweit agierende TV-, Radio- und Produktionskonzern mit stark expansiver Ausrichtung. RTL Group ist Marktführer sowohl im europäischen Fernseh- wie Radiogeschäft und stellt außerhalb der USA die größte TV-Produktionskraft dar.

Geplanter Börsengang als Hintergrund

Zeitgleich wurde das Bertelsmann-Angebot an die freien Aktionäre bekannt, die Anteile zu 44 Euro zu kaufen. Das deutet darauf hin, dass die RTL Group zunächst vom Kurszettel der Londoner Börse verschwinden könnte. Hintergrund dieses Angebots dürfte der geplante Börsengang der Bertelsmann AG in zwei bis drei Jahren sein. Mit der RTL Group als Kern des Medienunternehmens mit starker Entertainment-Ausrichtung wäre der Börsengang nach Einschätzung von Analysten ungleich erfolgreicher.

Für Bertelsmann ist die RTL Group binnen weniger Jahre zum größten Umsatz- und Ertragsbringer geworden. Bekannt ist das Interesse von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff, auf den US-Fernsehmarkt zu expandieren. Dort stehen ihm als Ausländer jedoch noch Gesetzeshürden im Weg. Für alle künftigen Aktivitäten ist er jetzt mit der Übernahme der Pearson-Anteile gut gerüstet: Sie können strategisch als Akquisitionswährung eingesetzt werden. Und auch an Bargeld mangelt es nicht: Seit 2000 erzielte Bertelsmann aus Unternehmensverkäufen rund 16 Milliarden DM.

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