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Politik

Rotes Kreuz fordert besseren Schutz von afghanischen Zivilisten

US-Soldaten haben bei einem nächtlichen Einsatz im Osten Afghanistans versehentlich sieben Polizisten getötet. Das Rote Kreuz forderte unterdessen einen besseren Schutz der Zivilbevölkerung.

Amerikanische Chinook-Helikopter in Afghanistan, Quelle: AP

Amerikanische Chinook-Helikopter in Afghanistan (Archivbild)

Ein US-Kampfhubschrauber hat in Afghanistan irrtümlich einen Polizeiposten angegriffen und sieben Polizisten getötet. Überlebende Polizisten berichteten, der Hubschrauber habe am Dienstag (12.6.07) trotz ihrer Proteste und Rufe geschossen.

Afghanische Polizeischüler während des Unterrichtes in Kabul, Quelle: AP

Afghanische Polizeischüler während des Unterrichtes in Kabul

Wie die örtlichen Behörden mitteilten, war ein Hubschrauber mit afghanischen und amerikanischen Soldaten am Vorabend in der Provinz Nangarhar für einen Anti-Terroreinsatz gelandet. Da es dunkel war, hätten Polizisten einer nahe gelegenen Wache ihre Taschenlampen auf den landenden Hubschrauber gerichtet, um zu sehen, wer an Bord war.

Regelmäßige Luftangriffe

Die US-Soldaten hielten die Polizisten für Angreifer und eröffneten das Feuer, sagte der Sprecher der Provinzregierung. Sieben Polizisten starben und vier weitere wurden verletzt. Die örtlichen Behörden leiteten eine Untersuchung ein, um festzustellen, wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte. Der Provinzgouverneur traf sich mit US-Offizieren.

Unterdessen forderte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes die Konfliktparteien auf, mehr für den Schutz der Zivilbevölkerung zu tun. Die humanitäre Situation sei schlechter als vor einem Jahr. Die Bevölkerung leide nicht nur unter Terroranschlägen, sondern auch unter regelmäßigen Luftangriffen, heißt es in einer Mitteilung, die vor Bekanntwerden des jüngsten Zwischenfalls veröffentlicht wurde.

Widersprüchliche Angaben

Zum Hintergrund des Unglücks wurden widersprüchliche Angaben gemacht. So erklärte der Verwaltungschef des Bezirks Chogyani, Surmai Chan, der Hubschrauber sei zur Unterstützung bei Kämpfen mit Taliban-Rebellen angefordert worden. Nach der Ankunft in der Region, zwei Stunden nach Beginn der Kämpfe, feuerte die Besatzung des Hubschraubers Raketen auf den Polizeiposten ab, sagte Chan weiter.

Der Sprecher des Gouverneurs in Nangarhar erklärte dagegen, es seien keine Taliban-Kämpfer in den Zwischenfall verwickelt. Unglücklicherweise hätten die Amerikaner und Afghanen nicht gewusst, um wen es sich auf der anderen Seite handele.

Drei Zivilisten erschossen

Bei einem weiteren Zwischenfall töteten Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF am Montag drei afghanische Zivilisten, die mit ihrem Wagen in der östlichen Provinz Kunar auf einen Kontrollpunkt zugefahren waren. Nachdem sie der wiederholten Aufforderung zum Anhalten nicht gefolgt seien, hätten die Soldaten auf den Wagen geschossen, hieß es in einer ISAF-Erklärung.

Bei einem Bombenanschlag nördlich von Kandahar kam ein kanadischer Soldat ums Leben. Unterdessen dauern die internationalen Beratungen über die Zukunft der Schutztruppe ISAF weiter an. Die Niederlande wollen im August entscheiden, ob sie das Mandat für die 2000 Soldaten der ISAF-Schutztruppe verlängern wollen. Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende beriet darüber am Montag bei einem Besuch in Toronto mit dem kanadischen Regierungschef Stephen Harper. Dieser äußerte sich besorgt, dass bei einer negativen Entscheidung die Belastung für die 2500 kanadischen Soldaten im Süden Afghanistan weiter zunehmen werde. Dort kommt es besonders häufig zu Angriffen von Taliban-Kämpfern. (stu)

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