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Aktuell Nahost

Rotes Kreuz darf nicht ins umkämpfte Homs

Das Rote Kreuz kann vorerst keine weiteren Verletzten aus der umkämpften syrischen Rebellenhochburg Homs evakuieren. Die Verhandlungen mit der syrischen Regierung und der Opposition brachten keine Ergebnisse.

In this Wednesday, Feb. 22, 2012 citizen journalism image provided by the Local Coordination Committees in Syria and accessed on Thursday, Feb. 23, 2012, flames rise from a house from Syrian government shelling, at Baba Amr neighborhood in Homs province, Syria. A French photojournalist and a prominent American war correspondent working for a British newspaper were killed Wednesday as Syrian forces intensely shelled the opposition stronghold of Homs. (Foto:Local Coordination Committees in Syria/AP/dapd) THE ASSOCIATED PRESS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS HANDOUT PHOTO

Kämpfe in Homs Syrien

Nach einer ersten geglückten Evakuierungsaktion aus der syrischen Stadt Homs kann das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) den dort eingeschlossenen Zivilisten keine weitere Hilfe bringen. Gespräche zwischen Vertretern von Behörden und Opposition darüber hätten keine "konkreten Ergebnisse" gebracht, sagte IKRK-Sprecher Saleh Dabbakeh in Damaskus.

Am Freitag war es dem Roten Kreuz erstmals seit Beginn der schweren Angriffe vor drei Wochen gelungen, einen Hilfskonvoi nach Homs zu schicken. Die Organisation evakuierte nach eigenen Angaben sieben verletzte Syrer aus der Stadt, sie wurden in das nahegelegene Amin-Krankenhaus gefahren. Zudem wurden 20 Frauen und Kinder aus dem umkämpften Stadtteil Baba Amr in Sicherheit gebracht.

Kämpfe in Syrien dauern an

Video ansehen 01:40

Rotes Kreuz rettet Menschen aus Homs

Entgegen ersten Erwartungen bekam das Rote Kreuz aber keinen Zugang zu der französischen Reporterin Edith Bouvier und dem britischen Fotografen Paul Conroy, die bei einem Angriff am Mittwoch verletzt wurden und auf Hilfe warten. Die Gründe dafür waren zunächst unklar. Die Regierung in Damaskus machte die Rebellen dafür verantwortlich.

In Syrien dauern die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Regimegegnern weiter an. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden am Samstag erneut 16 syrische Zivilisten getötet, darunter vier in Homs. Die Opposition sprach von landesweit mindestens 42 Toten, die meisten von ihnen seien in der Krisenregion Hama sowie in Aleppo ums Leben gekommen. Am Freitag habe es mehr als 50 getötete Zivilisten gegeben. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London spricht inzwischen von 7600 Toten seit dem Beginn der Auseinandersetzungen im März 2011.

Trotz des Blutvergießens lässt der syrische Staatschef Assad am Sonntag über eine neue Verfassung abstimmen. Sie soll nach seinen Worten den Weg für Parlamentswahlen innerhalb von drei Monaten frei machen. Die Opposition rief zum Boykott des Referendums auf.

Westerwelle warnt vor Stellvertreterkrieg in Syrien

Treffen der Syrien-Kontaktgruppe in Tunis (Foto: Reuters)

Die Syrien-Kontaktgruppe fordert eine Verschärfung der Sanktionen

Bundesaußenminister Guido Westerwelle kündigte weitere Sanktionen gegen die syrische Führung an. Dem "Berliner Tagesspiegel" sagte er, dass am kommenden Montag unter anderem Einschränkungen für den syrischen Finanzsektor und den Flugverkehr beschlossen werden sollen. Von einem militärischen Eingreifen riet der Minister ab. Es müsse alles vermieden werden, was Syrien einem Stellvertreterkrieg näher bringen könnte.

In Tunesien hatte sich am Freitag erstmals die Syrien-Kontaktgruppe getroffen. Sie forderte ein sofortiges Ende der Gewalt und die Verschärfung der Sanktionen gegen Damaskus. Zugleich erkannte die Gruppe von 60 Staaten den Syrischen Nationalrat als legitimen Vertreter der friedlichen demokratischen Opposition an und sprach sich für den freien Zugang humanitärer Helfer aus. Auf die Entsendung einer arabischen Friedenstruppe konnte sie sich dagegen nicht einigen.

hf/det (rtrd, dpa)

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