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Wirtschaft

Rosige Aussichten für Schwarz-Gelb?

Der Börsengang von Borussia Dortmund im Oktober 2000 – als erster deutscher Fußballverein - galt bisher als Flop. Nun hofft der neue deutsche Meister auf einen Kursanstieg - trotz der Finalniederlage im UEFA-Cup.

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Nach dem Meisterschaftssieg stieg kurzfristig die Borussia-Aktie

Beim Gedanken an Fußball, Finanzen und Fans lehnt sich Dr. Gerd Niebaum, Präsident des deutschen Meisters Borussia Dortmund, entspannt zurück. Der sechste nationale Titel der Vereinsgeschichte bedeutet für die börsennorientierten Westfalen einen wirtschaftlichen Schub von noch nicht abzusehendem Ausmaß. Planungssicherheit und zusätzliche Millionen-Einnahmen in der Saison 2002/2003 animierten den Klub-Boss trotz der Niederlage im UEFA-Cup-Finale am Mittwoch (8. Mai 2002) gegen Feyenoord Rotterdam zu der Prognose: "Uns gehört die Zukunft."

Hoch gesteckte Ziele

Schon der Blick auf die bevorstehende Saison in der Champions League stimmt die Führungscrew optimistisch. Vorrunden-Einnahmen und Anteile aus dem Fernsehpool der Europäischen Fußball-Union (UEFA) garantieren schon vor dem ersten Anpfiff rund 30 Millionen Euro. "Wenn man zweimal in Folge in der ersten Gruppenphase rausgeflogen ist, dann wäre es vermessen, mit der Zwischenrunde zu planen", erklärt Niebaum, kündigt jedoch gleichzeitig neue Ziele für die "Königsklasse" an: "Wir wollen unter die letzten Vier."

Borussia verliert auch an der Börse

Manager Michael Meier indes blickt zufrieden auf die abgelaufene Europacup-Saison und stellt fest: "Im UEFA-Pokal haben wir durch die dezentrale Vermarktung schon mit dem Halbfinale die verpasste Zwischenrunde in der Champions League finanziell kompensiert." Rund elf Millionen Euro brachte, laut Meier, der sogenannte "Loser-Cup". Hinzu kommen zwei Millionen Euro Prämie der UEFA für die Finalteilnahme.

Rasanter Auf- und Abstieg der Borussia-Aktie

Die Euphorie der Meisterschaft wird sich jedoch auf alle Unternehmensbereiche auswirken und den Fußball-Konzern Borussia Dortmund auf eine noch breitere Basis stellen. Zwar erhöhte sich der Aktienkurs nach der Meisterfeier kurzfristig von 5,72 auf 6,00 Euro, bröckelte nach Gewinnmitnahmen aber bis zum Mittag wieder auf 5,79 Euro ab. Dazu Niebaum: "Noch nie seit dem Gang an die Börse wurden so viele Aktien bewegt. Es waren rund 350.000, also etwa 1,5 Prozent des Gesamtvolumens." Neben der Meisterschaft sorgt auch noch das UEFA-Cup-Finale für weitere Kursfantasie – es wurde zwar verloren, dennoch: durch die Finalteilnahme steigt das internationale Renommee.

Rosige Aussichten also für die Borussen, die ihre Einnahmen unter anderem in die Mannschaft reinvestieren wollen. "Aber nur punktuell und nicht mehr so spektakulär", versichert Niebaum. Denn die 7,5 Millionen Euro für den Brasilianer Ewerthon wie auch die 3,3 Millionen für Sebastian Kehl seien schon ein Vorgriff auf die neue Saison gewesen. Verpflichtet wurde bereits der Lauterer Torhüter Roman Weidenfeller. Nationalspieler Torsten Frings von Werder Bremen soll ebenfalls nach der WM kommen. Die Ablöse steht noch nicht fest, die Bremer fordern allerdings zehn Millionen Euro. sid/(fro)

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