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Kultur

Romy, der tragische Superstar

Romy Schneider wäre heute 70. Sie eroberte in den 1950ern als 'Sissi' die Kinos und Herzen - und hasste diese Image später so sehr. Starb sie wirklich an gebrochenem Herzen?

Romy Schneider schwimmt: privat in der 1950ern

Romy Schneider privat in der 1950ern

Am Dienstag (23.9.2008) wäre Romy Schneider 70 Jahre alt geworden - doch sie starb mit 43 Jahren an Herzversagen. Ihr damaliger Lebensgefährte entdeckte sie am Morgen des 29. Mai 1982 am Schreibtisch der gemeinsamen Pariser Wohnung. Ermordet wurde sie nicht, auch wenn viele schnell meinten, sie sei an "gebrochenem Herzen" gestorben, die vielen Schicksalsschläge und die gnadenlose Hatz der Presse habe sie in den Tod getrieben. Doch Romy Schneider hat ihren Erfolg auch genossen. So sagte sie einmal: "Den Leuten hat es gefallen, dem Publikum hat es gefallen, also war es richtig! Mir hat es auch gefallen. Ich war selig, ich war die Prinzessin vor der Kamera, ich war dauernd die Prinzessin!"

Der süße Star des deutschen Kinos

Porträt Romy Schneider(Franz Lederle)

Juni 1979

In den ersten Jahren hat Romy Schneider das Scheinwerferlicht gesucht. Ihre Karriere startete raketengleich mit den kitschigen "Sissi"-Filmen. In den drei Filmen spielt Romy Schneider Elisabeth von Bayern, die dann zur Kaiserin von Österreich – genannt "Sissi" – wurde. Sie war der süße Star des deutschen Kinos, tanzte auf Filmbällen und genoss den Ruhm - bis dieser sich ihrer bemächtigte, ihr alles zuviel wurde und sie nach Frankreich flüchtete. Sie habe damals versucht, nicht nur beruflich aus einer Art Zwangsjacke, aus einer Art "kleinen Welt" auszubrechen. Sie habe weggewollt von immer denselben Dingen. Sie habe sich nicht mehr im Kreis drehen wollen und es sei einfach eine neue Welt, ein neues Leben gewesen, sagte Romy Schneider.

In Frankreich und in ganz Europa und sogar in Amerika wurde sie dann wirklich zum Star, zur guten Schauspielerin. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Luchino Visconti und Claude Sautet, mit Claude Chabrol und Orson Welles. Aus der "Sissi" wurde eine anerkannte Darstellerin. Doch Romy Schneider drehte einen Film nach dem anderen, nahm wahllos Angebote wahr. Dabei verausgabte sie sich, drehte all zuviel Massenware. Filme, die heute fast nur noch wegen ihr bemerkenswert sind. Das merkte sie freilich zu spät: "Ich will nicht mehr meine ganze Kraft und meine Nerven nur für diesen Beruf hergeben. Es ist mir nicht mehr genug", sagte sie einmal.

Erfolg im Beruf, Pech im Privaten

Alain Delon und Romy Schneider (AP)

Romy Schneider und Alain Delon bei ihrer Verlobung. 1964 heiratet Delon: nicht Romy, sondern ein Fotomodell

Für das andere, das Private, hatte Romy Schneider kein Talent. Die vielen Beziehungen, die sie einging, waren selten von langer Dauer und endeten oft vor Publikum. Die Zeitungen und Zeitschriften stürzten sich auf das private Elend der Romy Schneider. Und sie wusste das auch. Doch anfangs glaubte sie, ihr Temperament beherrschen zu können, ihr seelisches Gleichgewicht zu finden. So gestand Romy Schneider, sie kenne nur wirklich himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Das mache es sicher vielen Leuten schwer, mit ihr zu leben oder zusammen zu sein oder zu arbeiten. Aber manchmal versuche sie das doch ein bisschen zu kontrollieren, um nicht irgendwelche Leute vollkommen zu erdrücken oder zu schockieren.

Knapp 60 Filme hat sie gemacht in den Jahren bis 1982, ein bisschen Theater, sie hat sich in Talk-Shows gezeigt, auf Festivals und Bällen. Sie hat die Öffentlichkeit gesucht und gleichzeitig verschmäht. Ihr Unglück und ihre Verzweiflung schrie sie in den späten Jahren dann oft hinaus, auch in vielen ihrer Rollen.

Romy Schneiders letzte Jahre sind von einer gehörigen Portion Tragik umweht und der frühe Tod des Filmstars sorgt noch heute dafür, dass ihre Karriere im Rückblick immer etwas Mythisches hat, etwas Unwirkliches: Dass Romy Schneider jetzt 70 Jahre alt geworden wäre, das erscheint dann irgendwie auch irreal.

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