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Musik

Roman Lob: "Alles wird gut werden"

Roman Lob, unser Star für Baku, gibt sich kurz vor dem großen ESC-Finale zuversichtlich. Im Interview erzählt er über seine Eindrücke von Aserbaidschan und verrät, wen er für die schärfsten Konkurrenten hält.

Das hätte sich der inzwischen 22-jährige Industriemechaniker aus dem rheinland-pfälzischen Neustadt Wied nicht träumen lassen. Vor vier Monaten hatte er noch einen Job und in der Freizeit eine Band. Heute ist er der Sänger, der Deutschland am Samstag beim Eurovision Song Contest in Baku vertritt.

Beim traditionellen Empfang der Deutschen Botschaft für die ESC-Delegation sang Roman Lob nicht nur seinen Song "Standing still" in einer Unplugged-Version, übrigens mit dem deutschen Botschafter aus Baku am Piano, sondern stand auch den Eurovisionsjournalisten Rede und Antwort.

Roman Lob mit DW-Reportern Suzanne Cords und Matthias Klaus

Roman Lob mit DW-Reportern Suzanne Cords und Matthias Klaus

DW: Wie fühlst Du dich zwei Tage vor dem Finale?

Lob: Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Leute empfangen einen sehr herzlich. Ich finde es auch sehr gut, dass der deutsche Botschafter die Delegation einlädt und selbst hier mit uns Musik macht.

Du bist jetzt seit fast einer Woche hier, hast unglaublich viele Termine. Was hat dich am meisten beeindruckt?

Also, es war alles cool, ich kann mich noch an die Sightseeing Tour erinnern am zweiten Tag, und auch der Empfang hier war super. Die ganzen Azeris, die Einheimischen, sind einfach super cool drauf, und ich würde alles wiederholen, ich würde alles noch einmal machen.

Das Essen hier ist auch nicht schlecht, diese Kebabs und dieses orientalische Essen, aber ich habe Superheißhunger auf Sauerkraut, muss ich ganz ehrlich sagen.

Bei gefühlten 32 Grad, ist es da nicht angebracht, die Wollmütze mal abzunehmen?

Besser nicht, weil ich jeden Tag "bad hair day" habe, und wenn ich die Mütze jetzt absetzen würde, das wäre nicht so schön.

Wie fühlst du Dich von der Bevölkerung aufgenommen? Mögen die Leute hier den Contest oder ist das eine Staatsverpflichtung?

Was ich mitbekomme, ist es Wahnsinn, wie die Leute das hier feiern. Die Leute tragen alle ESC-Shirts, laufen mit allen möglichen Länderflaggen herum. Die Leute sind verrückt nach dem ESC. Ich glaube, die Leute sind richtig glücklich, dass das hier ist.

Bald stehst du mit deinem Lied auf der Bühne. Warst du von Anfang an für den Song "Standing still" oder gab es auch mal andere Überlegungen?

Ich war von Anfang an für "Standing still". Ich habe das Lied gehört und nach der ersten Sekunde gedacht: Alles klar, wenn es klappen sollte, dann mit "Standing still". Die anderen beiden Songs sind auch gut, die mag ich auch sehr gerne, doch "Standing still" ist mein Favorit.

Roman Lob draußen vor einem Gebäude stehend

Betont leger, stimmkräftig und natürlich

Der ESC wurde im Vorfeld sehr von Menschenrechtsfragen überschattet. Wieviel hast du davon mitbekommen, und wie stehst du dazu?

Wir sind natürlich als Musiker hier, ich und die ganzen anderen Delegationen auch, und ich glaube ja immer noch, es gucken 120 Millionen Menschen zu. Das Land hat so eine Aufmerksamkeit im Moment: Ich glaube, das ist eine Riesenchance einfach, dass sich was daran tut, dass die Leute, die dafür zuständig sind in jedem Land, denken, ej, wir hören davon, die Menschenrechte sind hier nicht in Ordnung, es muss etwas getan werden. Und so eine Aufmerksamkeit hat das Land auch nur durch den ESC. Davor wusste keiner so viel darüber, und ich glaube, deswegen ist das eine Riesenchance.

Wie war dein Eindruck vom ersten Halbfinale?

Es war sehr beeindruckend, mal in der Halle zu sitzen, sich das Ganze nicht von der Bühne, sondern aus dem Publikum heraus anzuschauen. Man hat schon vor einigen Konkurrenten ein bisschen Angst bekommen.

Bei manchem hatte ich mir gedacht, okay, das ist jetzt eigentlich schade, dass ihr weiter gekommen seid und die anderen, die besser waren, nicht. Ich fand wirklich Leute sehr gut, die leider nicht weiter gekommen sind. Zum Beispiel die Österreicher finde ich super, ich mag den Song, ich mag die Jungs. Die Schweiz fand ich auch super gut, aber na ja, so ist es halt.

Ist die Stimme okay?

Die Stimme ist gerade, sanft und seicht. Alles wird gut werden, denke ich.

Hast Du Angst vor einem ganz bestimmten Konkurrenten?

Ich habe drei Favoriten: Dänemark, Schweden und Norwegen, das sind die Top drei. Die sind wirklich sehr stark, und da habe ich ein bisschen Angst.

Auch die älteren Damen, die sind hier richtig am Abfeiern, und ich glaube, die werden das Rennen machen.

Roman Lob vor schwarzem Hintergrund

Auch nach Baku hat er das Zeug zum Star

Du hast jeden Tag mehrere Termine; ist das Stress, oder kannst du das auch genießen?

Ich genieße das in vollen Zügen, weil man immer im Kopf behalten muss, es könnte das letzte Mal sein, dass man so etwas Großes erlebt.

Konntest du dir vorstellen, was auf dich zukommt? Dieses ganze Drumherum, diesen ganzen Trubel, konntest du das irgendwie einschätzen?

Also mir wurde gesagt, es wird viel, und es wird vielleicht auch mal stressig. Also ich habe es mir wirklich fett vorgestellt, aber es ist noch fetter geworden.

Das Gespräch führten Matthias Klaus und Suzanne Cords