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Kultur

Rom wegen Papst-Beisetzung im Ausnahmezustand

Monarchen, Präsidenten und Regierungschefs aus der ganzen Welt werden zur Beisetzung von Papst Johannes Paul II. nach Rom reisen. Für die ganze Stadt gilt Sicherheitsstufe Eins.

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US-Präsident George W. Bush nimmt in Begleitung seiner Ehefrau Laura an den Feierlichkeiten teil. Auch drei weitere ehemaligen US-Präsidenten kommen nach Rom genauso wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Ingesamt werden rund 200 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, Königinnen und Könige, Nobelpreisträger und mehrere Millionen Pilger erwartet.

Tausende Gläubige warten vor dem Petersdom

Tausende Gläubige warten vor dem Petersdom

Die Sicherheitschefs in Rom geben unumwunden zu: "Das wird ein Begräbnis ohne Beispiel und ebenso außergewöhnlich werden die Sicherheitsvorkehrungen sein." Doch eines will der Vatikan vermeiden: Dass bewaffnete Eskorten in das Areal des Heiligen Stuhls einfallen. Auf dem Petersplatz sind Pistolen und sonstige Waffen verboten - nach diplomatischem Protokoll und von alters her. Das gilt auch für die Leibwächter von Bush und den anderen Mächtigen der Welt.

Gesperrter Luftraum

Dennoch wollen die Verantwortlichen in der Ewigen Stadt alle Kräfte aufbieten, um etwaige Anschlagspläne im Keim zu ersticken. So wird am Freitag der Luftraum über weiten Teilen Roms gesperrt. Militärjets sollen die Lage aus der Luft überwachen. Auf Dächern beziehen Scharfschützen Position. In verschiedenen Regionen Roms wurden Flugabwehrraketen in Stellung gebracht. Ob zu Wasser, am Boden oder in der Luft: Mindestens 15.000 Polizisten und Soldaten sollen im Einsatz sein.

Bush will nach italienischen Angaben in einer Kolonne aus gepanzerten Fahrzeugen in die Ewige Stadt einfahren. Ein High-Tech-"Spähfahrzeug" sei so ausgestattet, dass sogar Autobomben unschädlich gemacht werden könnten.

Zeltlager für Papst-Pilger in Rom

Zeltlager für Papst-Pilger in Rom

Taucher im Tiber

Viele Staatsmänner kommen den Berichten zufolge in der Nacht zum Freitag vermutlich auf dem römischen Flughafen Ciampino an, der für den zivilen Luftverkehr gesperrt wird, und übernachten in ihren jeweiligen Botschaften. Polizei-Eskorten begleiten die Delegationen auf gesicherten Routen zum Vatikaneingang für VIPs, wie es heißt. Antiterror-Einheiten kontrollieren die Strecken, verdächtige Menschen und Fahrzeuge. Am Tiber tauchen Froschmänner in die Fluten.

In einer besonderen Ehrerweisung für den verstorbenen Papst hat der kubanische Staatschef Fidel Castro zum ersten Mal seit Jahrzehnten an einem Gottesdienst teilgenommen. Der kommunistische Staatschef besuchte am Montag (4.4.2005) eine vom kubanischen Kardinal Jaime Ortega Alamino geleitete Messe für den Verstorbenen in der Kathedrale von Havanna. Nach Angaben von Teilnehmern hatte sich Castro zuletzt vor 46 Jahren in dem Gotteshaus blicken lassen: bei der Hochzeit seines Bruders im Revolutionsjahr 1959. In seinen Jugendjahren war der Revolutionsführer allerdings Messdiener gewesen. "Ruhe in Frieden, unermüdlicher Kämpfer für die Völkerfreundschaft, Feind des Krieges und Freund der Armen", schrieb der 78-Jährige in das in der apostolischen Nuntiatur in Havanna ausliegende Kondolenzbuch: "Dein Abschied tut uns weh, und wir wünschen uns zutiefst, dass dein Beispiel fortdauert."

Polnische Pilger

Trauer um Papst Johannes Paul II

Trauer um Papst Johannes Paul II. in Polen

Unterdessen schwillt der Strom der Pilger Richtung Petersdom unaufhörlich an. Allein aus der polnischen Heimat des Papstes werden eine Million Gläubige erwartet. "Wir können nur sagen, dass mehr kommen werden als wir uns vorstellen können", verlautete aus der polnischen Botschaft in Rom. Der Zivilschutz stellt sich auf insgesamt zwei bis vier Millionen Pilger ein, die zum Petersplatz kommen wollen. Aber nur maximal 500.000 passen auf den Platz und die Prachtstraße Via della Conciliazione, die darauf zuführt.

"Der Strom der Menschen reißt nicht ab, ein Phänomen, das zu kritischen Situationen führen könnte: Wir können nur versuchen, auf Sichtweite zu agieren", gibt Zivilschutzchef Guido Bertolaso zu. (mik)

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