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Kultur

Rom ruft zum Erhalt seiner Kulturgüter auf

Die Stadt Rom hat einen Spendenaufruf über 500 Millionen Euro für den Erhalt ihrer Kulturgüter gestartet. Firmen und Bürger sollen dazu beitragen, die antiken Bauwerke zu erhalten.

Rom wurde wahrlich nicht an einem Tag erbaut, und manche der imposanten Bauwerke haben bereits mehr als zwei Jahrtausende überdauert. Dennoch nagt der Zahn der Zeit unaufhörlich an Forum Romanum, Circus Maximus und anderen weltberühmte Stätten. Claudio Parisi Presicce, Beauftragter für das Kulturerbe Roms, hat am Dienstag in der italienischen Hauptstadt einen Aufruf für den Erhalt der städtischen Kulturgüter gestartet.

Die Stadt hat kein Geld

Weil Rom mit zwölf Milliarden Euro verschuldet ist, sehen sich die Stadtväter nicht in der Lage, für den Erhalt all seiner Kulturgüter zu sorgen. Bislang hatten bereits Luxusmarken der klammen Stadt unter die Arme gegriffen: So finanzierte die italienische Modefirma Fendi die Restaurierung des berühmten Trevi-Brunnens. Edel-Juwelier Bulgari lässt derzeit die Spanische Treppe wieder herrichten, und der Taschen- und Schuhhersteller Tod's übernimmt die Renovierung des Kolosseums.

Erfolgsaussichten gering?

Italien - Trevi-Brunnen in Rom

Trevi-Brunnen - heute in neuem Glanz

Dass die Spendenbereitschaft römischer Einwohner, Firmen und Unternehmen groß sein werde, sei allerdings nicht sicher, räumt Übergangsbürgermeister Francesco Paolo Tronca ein. Als größten Bremsklotz für einen reichlichen Spendenfluss sieht er den Korruptionsskandal in der Stadtverwaltung. Davon gibt es nicht nur einen. So ergaben spektakuläre Ermittlungen gegen dutzende Politiker, Mafiabosse und Unternehmer Ende 2014, dass die Mafia hinter den Kulissen in der Hauptstadt lange Zeit mitregierte und kassierte.

Außerdem musste im vergangenen Oktober Troncas Vorgänger, Ignazio Marino, als Bürgermeister zurücktreten. Er soll Steuergelder veruntreut haben, indem er die Kreditkarte der Stadt mit etwa 20.000 Euro für private Zwecke belastete. Solche kriminellen Taten förden kaum die Bereitschaft der Bürger, freiwillig ihre Geldbörsen zu öffnen.

Fürs Jähten zahlen

Dennoch hat Übergangsbürgermeister Tronca eine 500-Millionen-Euro-Liste für Rom erstellt. Neben diversen größeren Projekten stehen darauf auch Aktionen für weniger solvente Rom-Liebhaber – etwa das: Unkrautjäten an der Trajanssäule für 300 Euro.

kk/pj (AFP)

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