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Aktuell Welt

Rom erwartet die Heiligsprechungen

Papst Franziskus spricht an diesem Sonntag seine beiden Vorgänger Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heilig. Zu der Zeremonie sind in Rom Hunderttausende gekommen.

Viele können die Papstmesse nur über Videowände entlang der breiten Zufahrtsstraße zum Petersplatz, der Via della Conciliazione, sowie auf weiteren Plätzen der Stadt verfolgen. Auch der zurückgetretene Papst Benedikt XVI. wird an dem Gottesdienst zur Heiligsprechung laut Vatikan teilnehmen. Unklar ist, ob er gemeinsam mit Papst Franziskus und den fünf mitfeiernden Kardinälen am Altar stehen wird.

Vor allem aus Polen sind viele Pilger gekommen

Bereits am Samstag war die Zone um den Vatikan für den Autoverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone bestimmt worden. Grund: Es waren immer mehr Pilgergruppen in die Ewige Stadt gekommen, insbesondere aus der polnischen Heimat von Johannes Paul II., aber auch aus Norditalien, wo Johannes XXIII. geboren wurde.

Der Konzilspapst Johannes XXIII., der von 1958 bis 1963 im Amt war, hat die katholische Kirche mit der Einberufung des Zweiten Vatikanums stärker für einen Dialog mit der Welt geöffnet. Er gilt als Wegbereiter einer Modernisierung.

Johannes Paul II., der von 1978 bis 2005 an der Spitze der katholischen Kirche stand, war der erste nicht-italienische Papst nach 455 Jahren. Er hatte maßgeblich zum Ende des Ostblocks beigetragen. Bei insgesamt 105 Auslandsreisen hatte er die christliche Botschaft in 140 Länder der Welt gebracht. Und: Mit fast 27 Jahren war sein Pontifikat das zweitlängste der Kirchengeschichte. Dass er nun, nur rund neun Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen wird, gilt als ungewöhnlich.

Es muss ein Wunder gegeben haben

Die Heiligsprechung ist in der römisch-katholischen Kirche eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und über dessen endgültige Aufnahme zu Gott. Nach dieser "Kanonisation" darf die betreffende Person von Gläubigen weltweit verehrt werden. Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess über mehrere Instanzen voraus. Dabei muss nachgewiesen werden, dass es auf Fürsprache des Verstorbenen ein Wunder gab.

Franziskus feiert den polnischen Vorgänger und den italienischen Reformpapst gemeinsam mit etwa 150 Kardinälen, rund 1000 Bischöfen aus aller Welt sowie 6000 Priestern. Mehr als 90 Delegationen von Regierungen und internationalen Organisationen haben sich dafür angemeldet. Darunter sind zahlreiche Staatspräsidenten, Regierungschefs sowie Vertreter von Königshäusern und von anderen Religionen.

haz/nis (dpa, afp, rtr)

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