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Myanmar

Rohingya-Rebellen rufen Waffenruhe in Myanmar aus

Militante Vertreter der muslimischen Minderheit in Myanmar haben eine einmonatige Waffenruhe ausgerufen. Ab Sonntag sollen Hilfsorganisationen im Nordwesten ihre Arbeit aufnehmen, um das Leid der Menschen zu lindern.

Myanmar Rohingya Rauchwolke (picture-alliance/AP Photo/S.Kanti Das)

Rauchwolken über einem brennenden Dorf im Bundesstaat Rakhine

Rund 300.000 Rohingya sind mittlerweile von Myanmar nach Bangladesch geflüchtet, um vor den Kämpfen zwischen den Rebellen der Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) und dem Militär zu fliehen. Nun soll eine von der ARSA ausgerufene Waffenruhe Hilfsorganisationen den Zugang zum Krisengebiet ermöglichen.

In einem Statement fordert die Gruppe die Armee auf, die Waffen ebenfalls niederzulegen, damit von Sonntag an alle "besorgten humanitären Akteure" den Opfern der humanitären Krise, unabhängig von ihrer Ethnie, helfen können. Ob dies an der angespannten Lage im Bundesstaat Rakhine etwas ändern wird, ist allerdings zu bezweifeln, denn der Einfluss der ARSA auf die Aktionen des Militärs ist marginal. In den vergangenen zwei Wochen konnten die Aufständischen den Soldaten keinen nennenswerten Widerstand leisten und mussten zusehen, wie zehntausende Rohingya aus ihren Dörfern vertrieben wurden.

Humanitäre Krise auf beiden Seiten der Grenze

Nahe der Stadt Cox's Bazar in Bangladesh ist innerhalb weniger Tage ein mehrere zehntausend Menschen umfassendes Flüchtlingscamp entstanden. Auf dem Weg dorthin sind immer wieder Flüchtlinge zu sehen, die Bambusstöcke und Planen suchen, um sich Hütten zu bauen.

Helfer gehen mittlerweile davon aus, dass sich auch auf dem Gebiet Myanmars, unweit des Grenzzauns, eine humanitäre Krise entwickelt. weil es an Nahrungsmitteln fehlt. Bis Mitte Juli hatten sich Mitarbeiter des UN-Welternährungsprogramms um die Versorgung der Vertrieben im Staat Rakhine gekümmert. Aufgrund der zunehmenden Kämpfe konnten sie ihre Arbeit dann nicht mehr fortsetzen.

Nach Berichten von Menschenrechtsexperten und geflüchteten Rohingya setzen Soldaten und buddhistische Bürgerwehren gezielt Dörfer der muslimischen Minderheit in Brand, um die Menschen dort dauerhaft zu vertreiben. Von staatlicher Seite heißt es dagegen, die Armee bekämpfe ausschließlich die ARSA, die von der Regierung als Terrororganisation bezeichnet wird.

djo/jj (afp, rtr)