ROG: Die schützende Hand für Journalisten | Deutschland | DW | 25.04.2018
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Deutschland

ROG: Die schützende Hand für Journalisten

Reporter ohne Grenzen ist ein weltweites Netzwerk von NGOs, das sich für Pressefreiheit und den Schutz von Journalisten einsetzt. In Deutschland agiert ROG als eingetragener Verein, finanziert mit Spenden und Beiträgen.

Mindestens einmal im Jahr richten sich alle Augen auf die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG). Dann ist es wieder Zeit für die Neuauflage der Rangliste der Pressefreiheit, die einen Einblick gibt, in welchem der 180 Länder weltweit sich das Klima der Pressefreiheit verbessert - und in welchen verschlechtert hat. 2018 stellte ROG durch Umfragen unter Journalisten und eigene Recherchen eine deutliche Verschlechterung der Lage fest, besonders in Europa.

Im Jahresverlauf dokumentiert die Organisation Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit und alarmiert die Öffentlichkeit, wenn Journalisten und deren Mitarbeiter in Gefahr sind. In ihrer Arbeit beruft sich ROG dabei auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, worin das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung festgelegt ist. Mitglied kann auch werden, wer kein Reporter ist. Der Name wurde in Anlehnung an die Organisation Ärzte ohne Grenzen gewählt, was den grenzüberschreitenden Charakter verdeutlicht.

ROG betreibt zudem eine Hotline für gefährdete Journalisten und kämpft mit online und offline Mitteln gegen Zensur und restriktive Mediengesetze. Rund 150 Korrespondenten weltweit arbeiten überwiegend ehrenamtlich für das Netzwerk und organisieren im Notfall eine Betreuung durch einen Anwalt, medizinische Behandlungen oder einen Ersatz für zerstörte Ausrüstung der Journalistin oder des Journalisten.

Reporter ohne Grenzen wurde 1985 in Frankreich gegründet und hat als Dachorganisation dort sein internationales Sekretariat. In Ländern wie Deutschland, Finnland, Frankreich, Österreich, Schweden, Schweiz und Spanien verfügt ROG über Sektionen, die eigenständig agieren. Die deutsche Sektion wurde im Jahr 1995 gegründet und ist organisatorisch und finanziell von Paris unabhängig. Reporter ohne Grenzen ist ein gemeinnütziger Verein, der sein Geld durch Spenden und Mitgliedsbeiträge einnimmt. Das Projekt hat zahlreiche internationale Preise für seine Arbeit gewonnen, darunter die Karlsmedaille für europäische Medien (2009), den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments (2005) und den Preis für Journalismus und Demokratie der OSZE (1997). 

Kritik zog die Dachorganisation in Paris 2014 auf sich, als der langjährige Generalsekretär Robert Menard als Kandidat für ein Kommunalwahlmandat in Südfrankreich um die Unterstützung der Front-National-Frontfrau Marine Le Pen warb. Der internationale Dachverband und die Landessektionen distanzierten sich, die Führung bei der Dachorganisation von ROG wurde ausgetauscht.

Deutscher Evangelischer Kirchentag 2017 in Berlin | Christian Mihr (DW/A. Küppers)

ROG-Geschäftsführer Christian Mihr als Partner der DW-Kampagne "#speakup"

In Deutschland arbeiten neun Hauptamtliche, einige Honorarkräfte und zahllose Ehremantliche für die Organisation. Dem ebenfalls ehrenamtlichen Vorstand der deutschen Sektion gehören bekannte Journalistinnen und Journalisten an, darunter Giovanni die Lorenzo (Die Zeit), Thomas Bellut (ZDF), Klaus Brinkbäumer (Der Spiegel) und Patricia Schlesinger (RBB). Auch die Chefredakteurin der Deutschen Welle, Ines Pohl, ist ebenfalls Mitglied des ROG-Aufsichtsgremiums. Besonders interessant ist, dass die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen auch einen sogenannten Media Ownership Monitor herausgibt. Darin wird in ausgewählten Ländern ein Überblick über die wirtschaftlichen Verflechtungen hinter Medienhäusern und Medienmachern gegeben. Das Ergebnis ist auch in einer Online-Datenbank abrufbar. MOM wird zusammen mit lokalen Partnerorganisationen veröffentlicht und ist bislang für Kambodscha, Kolumbien, Peru, Mexiko, Ghana, Tunesien, den Philippinen, der Türkei, Ukraine, der Mongolei, Serbien, der Ukraine und Albanien erschienen. Weitere Länderkapitel sollen folgen.

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