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Philippinen

Rodrigo Duterte verteidigt Anti-Drogen-Kampf auf den Philippinen

Seit der Amtsübernahme des philippinischen Präsidenten sollen mehr als 7000 Menschen durch die Polizei oder selbsternannte Ordnungshüter getötet worden sein. Menschenrechtler sind entsetzt.

Trotz internationaler Kritik will der philippinische Präsident Rodrigo Duterte (Artikelbild) seine umstrittene Kampagne gegen Drogenkriminalität fortsetzen. In einer Rede zur Lage der Nation bezeichnete der 72-Jährige den Drogenhandel als "Wurzel so vielen Übels". Er betonte, wirtschaftlicher Fortschritt sei nur möglich, wenn Frieden und Ordnung herrschten.

Duterte verteidigte auch das Kriegsrecht, das er wegen des Vormarschs von Islamisten im Süden des Landes verhängt hat. Während seiner Rede demonstrierten in der Hauptstadt Manila mehrere zehntausend Menschen gegen den Staatschef. Auf Plakaten gegen Duterte waren Solgans wie "Stoppt die Morde" oder "Kein Kriegsrecht" zu lesen.

Sonderrechte bis Ende des Jahres verlängert

Auf den Philippinen gehen die Behörden seit Dutertes Amtsübernahme vor einem Jahr äußerst brutal gegen die Drogenszene vor. Insgesamt wurden nach Angaben von Menschenrechtlern bereits mehr als 7000 Menschen durch die Polizei oder selbsternannte Ordnungshüter getötet. Aktivisten und mehrere ausländische Regierungen haben Duterte immer wieder für sein Vorgehen kritisiert.

Im Kampf gegen bewaffnete Islamisten in der Stadt Marawi auf der Insel Mindanao war im Mai das Kriegsrecht über die Region verhängt worden. Am Samstag hatte das Parlament die Sonderrechte, die eigentlich am vergangenen Wochenende ausgelaufen wären, bis Ende des Jahres verlängert.

In Marawi rund 800 Kilometer südlich von Manila kämpft das Militär gegen Aufständische, die sich zur Terrormiliz "Islamischer Staat" bekennen. Sie waren im Mai in die Stadt eingefallen. Nach Angaben der Armee halten sich noch etwa 60 bewaffnete Kämpfer im Zentrum Marawis auf.

jj/sti (dpa, afp, ap)