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Kultur

Rock am Ring - da wollte man dabei sein

Letztes Wochenende hieß es zum letzten Mal "Rock am Ring" in der Eifel. Von Trauer war allerdings nichts zu spüren. Musiker und Fans feierten bei bestem Sommerwetter eine ausgelassene Rockparty.

Die Sonne brennt vom Himmel: Ausgerüstet mit Sonnenhut und Brille drängen die ersten Fans vor die Centerstage. Noch herrscht Ruhe vor dem Sturm. Doch das wird sich in wenigen Minuten ändern, wenn die Band Lonely the Brave den zweiten Festivaltag eröffnet. Am Donnerstag standen mit Pennywise, The Offspring und Iron Maiden ein paar "alte Hasen" des Rock-Business auf der Bühne und haben die Fans auf ein langes Musikwochenende eingestimmt. Weitere Topacts sind Metallica und Linkin Park. Aus Deutschland haben sich Jan Delay und die Fantastischen 4 angesagt. Am Sonntag endet dann die jahrzehntelange Tradition des Festivals, zu dem auch in diesem Jahr wieder über 80.000 Fans erwartet werden.

Eifeler Flair

Blick auf die Hauptbühne mit unzähligen Fans davor (Foto: Gülden Akyol)

Die typische Kulisse am Ring

Das Festival in der Eifel genießt Kultstatus und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Für Viele ist der Besuch in der Eifel am Pfingstwochenende Tradition. So auch für den 25-jährigen Kevin, der schon seit 14 Jahren immer wieder herkommt. Die ersten Jahre in Begleitung seines Vaters, der selbst ein großer Rockfan ist. "Die Bands sind das i-Tüpfelchen", erzählt Kevin. "Aber das Besondere sind die Menschen. Ich habe hier so viele tolle Menschen kennengelernt! "Seine Freundin und Arbeitskollegin Sarah stimmt ihm zu: "Ich bin zum ersten Mal hier und der erste Eindruck ist einfach nur super", sagt die 28-Jährige. "Nette Leute, coole Bands und gute Stimmung!"

Eine riesige Kirmes

Fans spielen mit einem Autoreifen (Foto: Gülden Akyol)

Lustige Spiele auf dem Zeltplatz

Und die macht sich auch abseits der drei Hauptbühnen bemerkbar. "Rock am Ring" ist eine riesige Kirmes. Ein Free-Fall Tower, Bungee-Jumping, Tattoo-Läden, Schmuckstände und unzählige Bars locken die Besucher an. Und auch auf den Campingplätzen herrscht gute Laune. Von überall her dröhnt Musik, es wird gegrillt, getrunken und gefeiert. Zuweilen geht es da auch schon mal etwas rauer zu, eben nach guter Rock'n'Roll-Manier:

Übermütige Jungen kugeln in Mülltonnen die Hügel hinunter, kicken mit Autoreifen, Mädchen tanzen ausgelassen. "Rock am Ring" - das bedeutet für viele auch Abenteuer und Freiheit. Um dabei sein zu können, nehmen die Fans einiges in Kauf.

Anna und ihre Freunde sind extra aus Hameln angereist. "Wir sind sieben Stunden Zug hergefahren und dann eine Stunde mit dem Shuttle. Und jetzt haben wir den Zeltplatz hier gesucht, ungefähr eine dreiviertel Stunde und bauen seit einer Stunde das Zelt auf." Dabei sein ist alles. Nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa kommen die Fans in die Eifel. Über den Zeltständen wehen Flaggen aus Ländern wie Frankreich, Italien oder Schweden.

"Grüne Hölle" statt "Rock am Ring"?

Sonnenuntergang am Nürburgring (Foto: Gülden Akyol)

Noch nicht ist alles vorbei

Nach fast 30 Jahren ist dies die vorerst letzte Ausgabe des Kultfestivals am Nürburgring. Der bisherige Veranstalter Marek Lieberberg und die neuen Betreiber der Rennstrecke gehen nach Pfingsten getrennte Wege. Lieberberg plant mit seinem Festival auf das ehemalige Nato-Gelände im Mönchengladbacher Ortsteil Rheindahlen auszuweichen. Auch am Nürburgring soll die Festivaltradition fortgeführt werden, allerdings unter neuem Namen. Ab 2015 soll hier die "Grüne Hölle", entsprechend dem Spitznamen für die berühmte Nordschleife, stattfinden. Und das ebenfalls am ersten Juniwochenende.

Unter den Fans ist man gespalten. Während das eine Lager klar hinter der einmaligen Kulisse und Atmosphäre in der Eifel steht, folgt das andere Lager Marek Lieberberg. Fest steht, Rock am Ring ist immer ein Erlebnis und das weiß jeder, der das Wochenende in der Eifel schon mal miterlebt hat.

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