1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Roboter - ein Markt mit riesigem Potenzial

Roboter werden immer intelligenter, vielseitiger, sicherer. Auf der Münchener Messe Automatica kann man die Evolution der Automaten verfolgen, mit denen jetzt schon weltweit rund 22 Milliarden Euro umgesetzt werden.

Sie mähen den Rasen, saugen im Wohnzimmer Staub oder wischen die Küche. Roboter haben längst auch in vielen Haushalten in Deutschland Einzug gehalten. Und doch steht die Entwicklung noch ganz am Anfang. Während in der Industrie Roboter, die Stahlteile zusammenschweißen oder schwere Lasten transportieren, aus kaum einer Branche mehr wegzudenken sind, hat die große Mehrheit der Deutschen gegen Roboter in den eigenen vier Wänden noch große Vorbehalte.

Zwar sind die putzigen Kerlchen, die auf Namen wie "R2 D2" hören und die jedes Kind aus Hollywood-Filmen kennt, sympathische Gesellen. Aber jenseits des Kinos waren Industrieroboter bisher eigentlich immer klobige Ungetüme, die hinter massiven Sicherheitszäunen Funken sprühend ihre Arbeit verrichten. Und die den Ruf, ihre menschlichen Kollegen zu verdrängen, nie ganz losgeworden sind.

Europa will Marktführer bleiben

Nelly Kroes EU-Kommissarin Münchener Robotik Messe

Nelly Kroes: Der Markt für Roboter verdreifacht sich bis 2020

Doch genau das könnte sich schnell ändern. Glaubt man Nellie Kroes, die als Vizepräsidentin der Europäischen Kommission auch für die "Digitale Agenda" Europas verantwortlich ist, hat zur Eröffnung der Robotik-Branchenmesse in München mit eindrucksvollem Zahlen aufgewartet: 22 Milliarden Euro werden pro Jahr weltweit für Roboter ausgegeben. Bis zum Jahr 2020 sollen es mehr als 60 Milliarden Euro sein. Und dieses Potential will sie keinesfalls amerikanischen Konzernen wie Google oder Amazon überlassen, die gerade voll in das Geschäft einsteigen.

Europa ist mit einem Markanteil von 35 Prozent bereits der Marktführer. Aber damit diese Spitzenposition nicht verloren geht, müsse viel getan werden. 700 Millionen Euro will die EU-Kommission deshalb in den kommenden Jahren in ein Forschungs- und Innovationsprogramm für Robotik stecken. Zusätzliche 2,1 Milliarden Euro sollen von der Industrie kommen. Das Programm wurde auf den Namen "SPARC" getauft, und soll in Europa mehr als 240.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Mär vom Jobkiller

Roboter bei der Münchener Robotik Messe

Ein Roboter steuert Bierkästen wie von Geisterhand

Apropos Arbeitsplätze: Die Angst vieler Menschen, dass Roboter die in manchen Ländern ohnehin schon spärlichen Jobs wegnehmen - Stichwort Rationalisierung - sei in vielen Fällen unbegründet, sagt Kroes. Denn Roboter erledigten ja vor allem Jobs, die Menschen nicht machen wollten, die zu gefährlich seien oder für die es nicht genügend Fachkräfte gebe.

In der Tat helfen Roboter schon heute Krankenschwestern in Krankenhäusern, inspizieren gefährliche Kraftwerke und übernehmen mühsame Arbeiten in landwirtschaftlichen Betrieben. Automatische Autos sind weitere Beispiele für Robotertechnologie im Einsatz. Also schöne heile Roboter-Welt?

Das neue Medizinpersonal?

Roboterarm bei der Münchener Robotik Messe

Ein Roboterarm, der sich "mit Gefühl" bewegen soll

Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. Denn natürlich werden Roboter auch zunehmend Jobs kosten. Da nämlich, wo sie im Arbeitsalltag billiger und effizienter sind als der Mensch. Aber ohne Roboter gäbe in vielen Industriestaaten ganze Branchen gar nicht mehr. Weil sich reine Handarbeit bei dem vergleichsweise hohen Lohnniveau in Europa nicht mehr rechnen würde. Nur die Kombination funktioniert: Der Roboter macht die einfachen Arbeitsschritte, Menschen sind für die komplizierteren Abläufe zuständig.

Die Messe Automatica öffnet schon heute ein Fenster in eine Welt, die für uns vielleicht schon in wenigen Jahren ganz normal sein wird: Formschön designte Maschinen verteilen Essens-Tabletts im Krankenhaus oder fahren schwere Getränkekisten in und her. Aber egal, wie sehr sich diese neue Generation von Robotern in unseren Alltag einfügt - menschlich werden sie dadurch nicht.