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Aktuell Europa

Rivlin bei Merkel: Offene Worte unter vier Augen

Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs wurde Israels Präsident Rivlin von Kanzlerin Merkel empfangen. Es dürfte ein freundschaftliches Gespräch gewesen sein, auch wenn keiner von beiden das offene Wort scheut.

Am Vormittag war Angela Merkel noch zu Gast in einer Berliner Schule. Warum Deutschland Waffen an Israel verkaufe, wollte ein Schüler wissen. Die Kanzlerin sprach von der besonderen Verantwortung Deutschlands, aber auch davon, dass sie sich für einen eigenständigen Palästinenser-Staat einsetze. Darüber werde sie jetzt wohl mit dem israelischen Präsidenten streiten müssen, sagte Merkel vor ihrer Rückkehr ins Kanzleramt.

Reuven Rivlin hatte sich derweil mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier getroffen. Der israelische Staatschef war gestern von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen worden. In einem gemeinsamen Interview warnten die beiden Staatspräsidenten vor einem wachsenden Antisemitismus "in der gesamten freien Welt - und vor allem in Europa." Im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung und der israelischen Zeitung "Yedioth Ahronoth" würdigten sie aber auch die beiderseitigen Beziehungen.

Am 12. Mai 1965 hatten Israel und Deutschland ihre diplomatischen Beziehungen aufgenommen. Beide Seiten sehen sich heute als enge Partner.

Ex-Botschafter fordert offenere Kritik Deutschlands an Israel

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maaß (SPD) begehen das Jubiläum in Jerusalem. Von der Leyen besuchte dort die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und traf mehrere Holocaust-Überlebende. Über die deutsch-israelischen Beziehungen sagte die CDU-Politikerin: "Wir wissen, wir stehen zueinander. Daran wird sich nichts ändern."

Israels früherer Botschafter in Deutschland, Avi Primor, hat die Deutschen zu einer kritischeren Haltung gegenüber seinem Land aufgefordert. Zu einer dauerhaften Freundschaft gehöre, "dass man offen, ehrlich und kritisch miteinander umgeht, doch das fehlt bislang in unserem Dialog", sagte Primor der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Deutschen seien wegen des Holocausts noch immer gehemmt gegenüber Israel und äußerten Kritik deshalb nur verhalten, besonders mit Blick auf die Politik in den besetzten Gebieten und gegenüber den Palästinensern.

nem/rb (dpa, afp, rtr)

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