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Wissen & Umwelt

Riss im Eis zwingt britische Antarktisstation zum Umzug

Um die Mitarbeiter auf Halley VI zu schützen, wird die Station ins Landesinnere verlegt. Die Gefahr, dass der Komplex wegbricht und im Eis treibt, wäre sonst zu groß.

Die futuristisch anmutenden blauen und roten Module der Halley VI Forschungsstation sind ein beeindruckender Anblick. Die Gebäude stehen auf Stelzen mitten im antarktischen Eis und Schnee. Jetzt zieht die ganze Station um, an einen neuen Standort etwa 23 Kilometer weiter ins Landesinnere. Der Grund: zwei besorgniserregende Risse im Brunt-Schelfeis.

Bisher wurden sieben von acht Modulen mit einem Traktor vor dem Riss im Eis, der etwa 7 Kilometer vom ursprünglichen Standort entfernt verläuft, in Sicherheit gebracht.

Die Risse seien eine "komplexe Angelegenheit", die das Britische Antarktische Forschungsprogramm (BAS) nicht länger ignorieren konnte. Leitende Forscher hatten die Entscheidung für den Umzug getroffen, um für die Sicherheit der 16 Mitarbeiter zu garantieren, die den Winter über auf der Station bleiben sollen. Sonst hätte das Risiko bestanden, dass die Station von ihrer Nachschubroute abgeschnitten worden wäre.

Halley VI Station Antarktis (British Antarctic Survey)

Halley VI sieht aus wie ein UFO von einem fremden Stern

Im Sommer ist es kein Problem, Mitarbeiter zu evakuieren. Im antarktischen Winter sieht das allerdings schon anders aus. Eine auf dem Eis treibende Station vom Wasser aus zu erreichen ist schwierig, da Schiffe im Eis stecken bleiben können. Und die 24 Stunden Dunkelheit machen die Sache auch nicht gerade einfacher. 

Schreck an Halloween

Der neueste Bruch im Brunt-Schelfeis ist auch als "Halloween Riss" bekannt, weil er am 31. Oktober entdeckt wurde.

"Es gibt eine akute Gefahr für die Menschen auf der Station oder für die Station selbst", lässt das BAS verlauten. "Es herrscht Unsicherheit darüber, was mit dem Eis während des kommenden antarktischen Winters passieren könnte. Deswegen ändert die BAS ihre Arbeitspläne."

Für den Umzug werden viele helfende Hände gebraucht. Zurzeit arbeiten 88 Personen auf Halley VI und die meisten von ihnen sind mit dem Umzug beschäftigt. Die Station wurde 2012 gebaut und ist die sechste Halley Forschungsstation, die Großbritannien im Brunt-Schelfeis hat. Zu den größten Errungenschaften der anderen Halley Stationen zählt unter anderem die Entdeckung des antarktischen Ozonloches 1985.

Die Sorge um die steigenden Temperaturen in der Antarktis wachsen. Im Eis tauchen mehr und mehr Risse auf und Anfang dieses Monats warnte eine britische Forschungsgruppe, dass ein 5000 Quadratkilometer großer Eisblock kurz davor steht, sich vom Larsen C-Schelfeis zu lösen.

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