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Welt

Riskante Rettungsarbeiten auf der "Rena"

Seitdem der Frachter "Rena" Anfang Oktober vor Neuseeland havarierte, sind bis zu 400 Tonnen Schweröl in den Südpazifik gelangt. Bergungsmannschaften haben einen neuen Anlauf zum Abpumpen des Restöls gestartet.

Der havarierte Frachter Rena (Foto: dpa)

Das Schiff könnte jederzeit auseinanderbrechen

Bergungsteams haben in der Nacht zu Montag (17.10.2011) vor der neuseeländischen Küste wieder mit dem Abpumpen von Öl aus einem havarierten Containerschiff begonnen. Die Arbeiten an der "Rena", die am 5. Oktober auf der Nordinsel rund 22 Kilometer vor dem Hafen von Tauranga am Astrolabe-Riff auflief, waren wegen schlechten Wetters unterbrochen worden. Die Lage ist nach Expertenangaben prekär: Angesichts großer Risse droht das Containerschiff jederzeit zu zerbrechen.

Wetter soll sich wieder verschlechtern

Öl aus dem havarierten Frachter liegt am Strand (Foto: dpa)

An den Stränden werden die Ölklumpen angespült

Die Arbeiten seien "fürchterlich", sagte ein Vertreter der neuseeländischen Meeresbehörde, Bruce Anderson. "Dieses Ding ächzt und knarrt und macht einen Höllenlärm." Für den Tagesverlauf wurde zudem mit einer unruhigen See gerechnet, was die Gefahr eines vollständigen Auseinanderbrechens des aufgerissenen Frachters weiter erhöhte.

Schwierigkeiten bereitet den Arbeitern außerdem, dass das Schweröl im Bauch der "Rena" seit dem Abschalten der Schiffsmotoren immer weiter abkühlt und verdichtet, so dass die angeschlossenen Pumpen es schlechter ansaugen und transportieren können. Am Montag sollten im Laufe des Tages deshalb stärkere Pumpen angeschlossen werden. Die Behörden vermuten noch eine Ölmenge von rund 1300 Tonnen in dem Schiff, das unter liberianischer Flagge fuhr. Seit seinem Auflaufen auf ein Riff Anfang Oktober traten bereits hunderte Tonnen ins Meer aus.

Luftbildaufnahme von Helikopter und Öl im Meer (Foto: AP)

Bis zu 400 Tonnen Schweröl sind bislang ins Meer gelangt

Über 1000 verendete Seevögel

Bisher ist es dem Team gelungen, rund 70 Tonnen Öl abzupumpen. Bis zu 400 Tonnen Schweröl sind seit dem Unglück vor elf Tagen ins Meer gelangt. Das ausgelaufene Öl hat die Strände der malerischen Plenty-Bucht über mehrere Kilometer mit einem dicken Ölschlamm bedeckt. Behörden hatten am Wochenende Teile des Strandes gesperrt, damit Helfer ihre Reinigungsarbeiten fortsetzen konnten. Mehr als 1000 ölverschmierte Seevögel sind verendet, mehr als hundert Tiere werden von dem gefährlichen Schmutz befreit. Erfahrungsgemäß bedeutet dies großen Stress für die Tiere, viele sterben. Das Umweltministerium sprach von der größten maritimen Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes.

Inzwischen wurden der Kapitän und sein Navigationsoffizier wegen fahrlässiger Schiffsführung angeklagt. Gegen Kaution wurden sie vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Ihnen droht eine einjährige Haftstrafe.

Autorin: Pia Gram (dpa, afp)
Redaktion: Annamaria Sigrist