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Politik & Gesellschaft

Ringen um libyschen Ölhafen Brega

Die libyschen Aufständischen haben Teile der wichtigen Hafenstadt Brega eingenommen. Der Ölhafen wird aber immer noch von Gaddafis Truppen kontrolliert. Eine Lösung des Konflikts bleibt in weiter Ferne.

Libyscher Rebell bei Brega (Foto: DAPD)

Libyscher Rebell bei Brega

Nach einigen Rückschlägen können die Rebellen in Libyen offenbar kleinere Erfolge vermelden. Sie nahmen östliche Teile der Ölstadt Brega ein, berichtet der arabische Fernsehsender Al-Dschasira am Freitag (12.08.2011). Dabei handele es sich um Wohngebiete. Doch die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi kontrollierten weiterhin den Ölhafen und dessen Raffinerieanlagen, die sich im Westen der Stadt befinden.

Fortschritte für die Rebellen

Libysche Rebellen (Foto: DAPD)

Nach einer Reihe von Rückschlägen vermelden libysche Rebellen Fortschritte

Brega liegt 240 Kilometer südwestlich der Rebellenhochburg Bengasi und ist eine strategisch wichtige Hafenstadt. Denn dort befinden sich die wichtigsten Ölfelder Libyens. Entsprechend umkämpft ist die Stadt - seit Wochen versuchen die Rebellen Brega zu erobern. Nach eigenen Angaben haben sie sich dort am Donnerstag schwere Kämpfe mit den Regierungstruppen geliefert. Dabei seien zwei von ihnen getötet, 16 weitere seien verletzt worden. Gelänge es den Rebellen, Brega zu kontrollieren, ließen sich ihre Kämpfe mit den Einnahmen aus dem Ölexport leichter finanzieren.

Die Rebellen konnten nach eigenen Angaben auch andernorts Gebiete dazugewinnen oder zumindest ihre Kontrolle festigen. So etwa im Westen und im Hinterland der libyschen Hauptstadt Tripolis. Auch ihre Kontrolle über den strategisch bedeutsamen Ort Bir al-Ghanam am Fuß des Nafusa-Gebirges hätten sie festigen können. Als nächstes zielten sie darauf ab, weiter in Richtung Mittelmeerküste vorzudringen, sagte Rebellen-Kommandeur Adel al-Sintani am Freitag dem US-Nachrichtensender CNN. Die Orte Surman, Al-Sawija und Asisija seien weitere Ziele.

Libyscher Minister besucht Athen

Zerstörtes Hau in Misrata(Foto: DAPD)

Zivile Opfer und zerstörte Häuser - Alltag in Libyen

Trotz dieser Erfolge der Rebellen ist weiterhin kein Ende des Krieges in dem nordafrikanischen Land in Sicht. Von einem Durchbruch kann keine Rede sein. Während in Libyen die Kämpfe toben, gibt es offenbar auch Versuche, den Konflikt politisch zu lösen. Mit dieser Begründung schickte zumindest Gaddafi seinen Außenminister Abdulati al-Obeidi nach Athen. Der Minister traf sich am Donnerstagabend mit seinem griechischen Amtskollegen Stavros Lambrinidis. Über den Inhalt des Gesprächs wurde nichts bekannt.

Zuvor hatte das Athener Außenministerium mitgeteilt, Al-Obeidi überbringe eine Nachricht des libyschen Machthabers für den griechischen Außenminister. Der Besuch hänge mit den Bemühungen der vergangenen Tage zusammen, eine diplomatische Lösung des Libyenkonfliktes zu finden, so die offizielle Erklärung aus Athen. Griechenland hat zwar seine Botschaft in Tripolis geschlossen und ein Vertretungsbüro in der Rebellenhochburg Bengasi eröffnet. Dennoch pflegt Athen weiterhin Beziehungen zu beiden Konfliktparteien.

Ban Ki Moon besorgt über Lage in Libyen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto: dpa)

Ban Ki Moon klagt über Stillstand bei der Friedenssuche

Die Lage bleibt also verfahren. Und genau dies kritisierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Er sehe "absolut keinen Fortschritt", sagte Ban nach UN-Angaben vom Donnerstag in einem Telefongespräch mit dem libyschen Ministerpräsidenten Al-Baghdadi Al-Mahmudi. Der Generalsekretär klagte über den Stillstand bei der Friedenssuche. "Alle Seiten müssen sich dem politischen Fortschritt verpflichten", so Ban Ki Moon. Er sei besorgt über die steigende Zahl an zivilen Opfern, über die Zerstörung der Infrastruktur sowie dem Mangel an medizinischer Versorgung und Treibstoff.

Die UN riefen alle Parteien im Konflikt zu extremer Vorsicht bei ihrem Vorgehen auf, um Todesopfer zu vermeiden, hieß es entsprechend auch am Donnerstag in einer Erklärung des UN-Generalsekretärs. Diese richte sich auch an die NATO-Truppen. Ban hatte den NATO-Einsatz in Libyen unterstützt, der sich auf eine Resolution des UN-Sicherheitsrats von März stützt. Das Mandat berechtigt das Bündnis, militärische Mittel einzusetzen, um das Leben von Zivilisten zu schützen. Dennoch fordert der Bürgerkrieg Tausende Menschenleben und ein Ende ist bislang nicht in Sicht.

Autorin: Naima El Moussaoui (dapd, dpa, afp, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert