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Aktuell Afrika

Ringen um Frieden für den Südsudan

Eine Lösung im Grenzkonflikt zwischen Sudan und Südsudan ist noch nicht in Sicht, trotz eines Ultimatums des UN-Sicherheitsrates. Ein Gipfeltreffen beider Präsidenten an diesem Sonntag wurde immer wieder verschoben.

Trotz der Androhung internationaler Sanktionen haben der Sudan und der Südsudan ihren Grenzkonflikt nicht beilegen können. Einen Tag nach Ablauf des Ultimatums des UN-Sicherheitsrates suchten Sudans Präsident Omar al-Baschir (im Artikelfoto links) und sein südsudanesischer Amtskollege Salva Kiir im Äthiopischen Addis Abeba nach einer friedlichen Lösung – bisher vergeblich.

Ein für den Morgen angesetzte Gipfeltreffen, das mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung enden sollte, musste angesichts vieler offener Fragen aufgeschoben werden. Währenddessen tagten die Delegationen beider Länder.

Keine Einigung vor Montag?

Eine Einigung werde es, wenn überhaupt, erst am Montag geben, hieß es aus Delegationskreisen. "Wir sind optimistisch, dass wir voran kommen", betonte der äthiopische Staatsminister Berhane Gebre Kristos. Westliche Diplomaten in Addis Abeba äußerten sich allerdings sehr skeptisch über eine mögliche Beilegung des Konflikts. Es sehe so aus, als ob beide Seiten "um alles oder nichts" stritten, sagte ein Diplomat. Das mache wenig optimistisch.

Sanktionen drohen

Sudans Präsident Omar al-Bashir (l) und der Äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn sowie Mitglieder der Delegation (Foto: Reuters)

Gipfeltreffen in Addis Abeba: Sudans Präsident Omar al-Baschir (m) verhandelte bisher vergeblich

Dabei gibt es einen enormen internationalen Druck auf beide Länder: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Seiten zu "Zusammenarbeit und einer gemeinsamen Entwicklung" auf. Auch der UN-Sicherheitsrat forderte von den Parteien eine umgehende Friedensvereinbarung. Die UN haben beiden Ländern im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen mit Sanktionen gedroht.

Zuvor hatte die Afrikanische Union (AU) das Gipfeltreffen begrüßt: Der Frieden sei auch deshalb wichtig, weil beide Staaten im Inneren mit enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen fertig werden müssten, hieß es in einer in Addis Abeba veröffentlichten AU-Erklärung.

Auch die Europäische Union (EU) hatte die Konfliktparteien zum Frieden gemahnt: Sie begrüße das Gipfeltreffen und fordere beide Regierungen auf, ein umfassendes Abkommen über alle noch offenen Fragen zu vereinbaren, betonte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel.

Viele Fragen noch offen

Der Sudan und der 2011 unabhängig gewordene Südsudan hatten Anfang August einen Kompromiss in einem erbitterten Ölstreit gefunden. Beide Länder müssen sich aber noch über Grenzfragen und vor allem den Status der rohstoffreichen Region Abyei einigen. Unter der Krise leiden Zehntausende Menschen vor allem im Grenzgebiet.

pg/kle (dpa, rtr, apf)