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Aktuell Welt

Ring illegaler WM-Tickethändler in Brasilien aufgeflogen

In Brasilien geht die Polizei schonungslos gegen den schwarzen Markt für WM-Tickets vor. Dutzende illegale Händler wurden bereits aus dem Verkehr gezogen. Die FIFA ist erfreut.

Zuletzt flog ein Händlerring auf, der für dubiose Eintrittskarten verzweifelten Fußball-Fans zum Teil astronomisch hohe Summen abgeknöpft hatte. Elf Personen wurden im Rahmen der "Operation Jules Rimet" in Rio de Janeiro und in São Paulo festgenommen.

Verbindungen zur FIFA?

Die brasilianische Polizei prüft, ob es Verbindungen zum Weltverband FIFA und zu den nationalen Fußballverbänden von Brasilien, Argentinien und Spanien gibt. Nach Angaben von Chefermittler Marcos Kac steht die Vermutung im Raum, dass die Tickets nicht auf offiziellem Wege, sondern durch Kontakte innerhalb der FIFA beschafft wurden. Dabei handelt es sich um Originaltickets, die von der FIFA kostenlos an Fußballverbände, Sponsoren und WM-Spieler verteilt werden.

Die FIFA selbst zeigte sich erfreut über die Erfolge bei der Verfolgung illegaler Tickethändler. Marketing-Chef Thierry Weil sagte, die FIFA und deren Vertriebspartner Match Enforcement hätten ständig Informationen an die brasilianischen Behörden weitergeleitet, um sie bei der Durchsetzung des Rechts zu unterstützen. Der Verkauf von Tickets zu einem höheren Preis als dem aufgedruckten ist ein kriminelles Vergehen. Die FIFA sei daher sehr erfreut über der Zahl der bislang abgeschlossenen Fälle.

Verkauf vom Hotel aus

Allein am Dienstag stellte die brasilianische Polizei in einem Hotel in Rio de Janeiro 200 Eintrittskarten sicher. Nach lokalen Medienberichten wurden zwei Amerikaner und eine Italienerin festgenommen, die Tickets im Wert von 175 Dollar zu einem Preis von 1172 Dollar (rund 860 Euro) verkaufen wollten. Die Drei hatten eine komplette Etage angemietet und wollten per Internet die begehrten Eintrittskarten verkaufen. Laut Polizei waren darunter auch zehn Tickets, die Mitglieder aus der Delegation des brasilianischen Fußballverbandes erhalten hatten.

Die FIFA erklärte, vor weiteren Schritten wolle man zunächst die detaillierten Informationen der brasilianischen Behörden abwarten.

uh/mak (dpa,afp,sid)