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Kultur

"Richtige Bomben sind wirkungsvoller"

Viren-Angriffe, virtuelle Würmer, Internet-Blockaden: Über Cyber-Terror wird viel spekuliert. Die Realität sieht nach Einschätzung von Experten auf der Computermesse Cebit aber anders aus.

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Kein Cyber-Terrorist: Osama bin Laden

Zwar gebe es immer wieder Sicherheitslücken, aber es sei nicht damit zu rechnen, dass Bin Laden & Co. demnächst eine erfolgreiche Terror-Kampagne via Internet starten würden, so der Tenor in Hannover. "Eine Gruppe von Hackern kann eine Organisation wie die NATO nicht in die Knie zwingen", erklärte etwa der NATO-Sichheitsexperte Rainer Fahs. Die für militärische Operationen kritischen Systeme seien nämlich gar nicht mit dem Internet verbunden. Das sieht der US-amerikanische IT-Sicherheitsexperte Bruce Schneier ähnlich. "Das Thema Cyber-Terrorismus wird überschätzt", sagte er bei einer Podiumsdiskussion während der Computermesse Cebit, "Hacker sind in der Regel keine Terroristen".

"Das Netz kann man nicht bombardieren"

Computerhacker

Abstracted computer keyboard over numbers, Computertastatur

Schneier glaubt auch nicht, dass das Internet als Ganzes von Terroristen erfolgreich sabotiert werden könne: "Das Internet hat alle Angriffsversuche bisher ziemlich gut überstanden". Schließlich sei das Netz ja dafür konzipiert worden, um den Ausfall einzelner Teile zu verkraften. Schneier: "Das Netz kann man nicht bombadieren." Einen ernsthaften virtuellen Großangriff auf das gesamte WWW hält Schneier erst in einigen Jahren für möglich.

Für Schneier gibt es aber nicht nur technische Gründe dafür, dass das Internet kaum als Ziel für Terror-Angriffe geeignet sei. "Richtige Bomben sind einfach viel wirkungsvoller", meinte Schneier. Denn Terroristen wollten vor allem Angst erzeugen, aber "wenn ich einen Tag meine E-Mails nicht lesen kann, dann bekomme ich doch keine Angst".

"Weiche Ziele"

Ins Visier von Terroristen, aber auch von feindlichen Militärs, könnten aber zukünftig so genannte "weiche IT-Ziele" geraten. Während die Computer-Netze der Militärs und der meisten Verwaltungen gut geschützt seien, könnten die IT-Systeme von Kraftwerken oder Krankenhäusern sehr wohl attackiert werden, zeigten sich in Hannover Schneier und NATO-Experte Fahls überzeugt. Und auch viele Firmen seien denkbare Angriffsziele. Als Täter kämen, so Schneier, aber nicht in erster Linie Terroristen, sondern ganz normale Kriminelle" in Frage.

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  • Datum 18.03.2003
  • Autorin/Autor Holger Hank
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3OW7
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