1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Richter erlässt Haftbefehl gegen russische Hooligans in Köln

Nach ihrem brutalen Angriff auf spanische Touristen in Köln müssen fünf russische Randalierer in Untersuchungshaft. Der sechste Festgenommene wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bei der UEFA EURO 2016 Ausschreitungen in Marseille (foto: reuters)

Waren die in Köln verhafteten Russen auch an den Ausschreitungen in Marseille beteiligt?

Den fünf Männern wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Gegen den sechsten - der später auf dem Flughafen Köln/Bonn gefasst worden war - habe sich der Tatverdacht nicht begründen lassen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Den fünf russischen Hooligans wird vorgeworfen, am Donnerstagabend auf der Rückreise aus Marseille am Kölner Dom

zwei spanische Touristen und deren Begleiterin

angegriffen haben. Dabei gingen die Gewalttäter laut Polizei "äußerst aggressiv und brutal" vor.

Beweisvideo vorhanden - Zeugen gesucht

Die Polizei sucht weitere Tatzeugen. Unbeteiligte sollen den Angriff gesehen beziehungsweise mit Smartphones gefilmt haben. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden und das Videomaterial für die Ermittlungen zur Verfügung zu stellen. Jetzt soll eine Ermittlungsgruppe mit Spezialisten die Hintergründe der Attacke herausfinden. Noch ist ein Zusammenhang zu den Krawallen in Marseille nicht bestätigt. Der Verdacht liegt aber sehr nahe. Durch die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) in Duisburg soll noch geklärt werden, ob die Männer auch an den Ausschreitungen russischer Hooligans in Marseille in der vergangenen Woche beteiligt waren.

Gegenstände zur Vermummung im Gepäck

"Nach inzwischen ausgewerteten Unterlagen sind die Russen am 10. Juni mit dem Flugzeug von Moskau nach Marseille gereist und am 16. Juni zur Mittagszeit mit dem Zug von Brüssel nach Köln gefahren", gab die Polizei bekannt. Bei den "alkoholisierten jungen Männern" stellten die Polizisten Tickets für zwei Spiele der russischen Nationalmannschaft gegen England und die Slowakei sowie hooligantypische Gegenstände zur Vermummung und zum Schutz der Zähne sicher.

Russische Hooligans im französischen Lille (foto: reuters)

Russische Hooligans im französischen Lille

Russische Hooligans hatten sich am vergangenen Samstag in der französischen Hafenstadt Marseille brutale Straßenkämpfe mit überwiegend englischen Fußballfans geliefert. Es gab mehrere Schwerverletzte. Drei der beteiligten russischen Gewalttäter wurden im

Schnellverfahren in Frankreich zu Haftstrafen verurteilt.

Die 28 bis 33 Jahre alten Täter müssen für 12, 18 und 24 Monate ins Gefängnis. In anderen Verfahren verurteilt wurden aber auch sechs Fans aus England, zwei aus Frankreich und einer aus Österreich. Ein weiterer Franzose kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Zudem wurde gegen alle ein anschließendes, zweijähriges Einreiseverbot verhängt.

Zusammenarbeit mit russischen Behörden

Insgesamt 20 der 43 im Zuge der Ermittlungen in Gewahrsam genommenen Russen werden an diesem Samstag von den französischen Behörden des Landes verwiesen. Vom Flughafen Nizza geht es per Direktflug nach Moskau, was ähnliche Vorfälle wie am Donnerstagabend in Köln verhindern soll. Der russische Staatspräsident Wladimir Putin verurteilte die blutigen Ausschreitungen von Marseille während der Fußball-EM als "Schande".

pab/uh/sc (dpa, afp,APE)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema