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Politik

Rice hat wenig erreicht

Condoleezza Rice beendete in Peking ihre gut einwöchige Asienreise, die sie auch nach Indien, Pakistan, Afghanistan, Japan und Südkorea geführt hatte. Rainer Sollich zieht Bilanz.

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Reisen für Bush: Condoleezza Rice

In Neu-Delhi gelang es Condoleezza Rice nicht, der indischen Regierung einen umstrittenen Erdgas-Deal mit dem Regime in Teheran auszureden. In Pakistan konnte sie nicht durchsetzen, dass Islamabad einer Befragung des Atomwissenschaftlers Abdul Quadeer Khan durch internationale Ermittler zustimmt - Khan soll unter anderem den Iran illegal mit Atomtechnologie beliefert haben.

Drogen aus Afghanistan

Russische Soldaten schichten Heroin-Päckchen aus Afghanistan Drogen Drogenhandel Opium Heroin

Heroin-Fund in Afghanistan

Und in Afghanistan lobte die amerikanische Außenministerin sehr freundlich die Stabilisierungsbemühungen der Regierung von Hamid Karsai - obwohl die Verschiebung der Parlamentswahlen und ein blutiger Anschlag noch am selben Tag doch zeigen, dass das Land am Hindukusch weiterhin ein Hort der Unsicherheit bleibt. Und nicht nur das: Von Afghanistan aus wird die Welt auch nach wie vor mit harten Drogen überschwämmt.

Leere Drohungen Richtungen Nordkorea

Condoleezza Rice in China

Rice bleckt die Zähne: "Auch andere Optionen" im Umgang mit Nordkorea

Wenig bewirkt hat Condoleezza Rice bisher auch im Hinblick auf die Eindämmung des nordkoreanischen Atomprogramms. Wenn Nordkorea keine Lösung am Verhandlungstisch wolle, gebe es auch "andere Optionen", erklärte sie in Peking mit drohendem Unterton. Allerdings blieb völlig unklar, womit Rice den Nordkoreanern im Ernstfall denn drohen möchte. Möglicherweise bleibt da nämlich nur wenig Spielraum: Pjöngjang jedenfalls behauptet, inzwischen schon über Atomwaffen zu verfügen. Sollte dies stimmen, wäre der Aufbau einer militärischen Drohkulisse wie im Falle von Saddam Husseins Irak zu riskant - zumal hier auch Interessen der Atommächte China und Russland berührt sind.

Schlingerkurs im Umgang mit China

Immer deutlicher zeigt sich, dass die USA in weiten Teilen Asiens auf die Kooperation Chinas angewiesen sind. Es passt deshalb ins Bild, dass Rice zwar deutlich Pekings Drohungen gegenüber Taiwan kritisiert und verbal auch Menschenrechtsverletzungen anprangert, die US-Regierung zugleich aber keine Verurteilung des Landes bei der
UN-Menschenrechtskommission in Genf anstrebt. Klare Worte sind das eine. Aber wenn es um geostrategische Sicherheitsinteressen geht, sucht Washington doch lieber die Kooperation mit Peking.

Hoffnung auf Verhandlungen

Immerhin hat Rice erreicht, dass sich nun auch Peking deutlich für eine Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm stark macht. Dies ist deshalb bedeutsam, weil China aus historischen und vor allem wirtschaftlichen Gründen über den größten Einfluss auf Pjöngjang verfügt. Wie groß dieser Einfluss ist, könnte sich schon am morgigen Dienstag (21.3.) herausstellen, wenn der nordkoreanische Premierminister in Peking weilt. Sollte Pjöngjang dann einer Neuauflage der Atom-Gespräche zustimmen, hätte Rice zumindest nachträglich doch noch einen greifbaren Erfolg aus Asien mitgebracht: In Form eines verspäteten Gastgeschenks aus Peking.

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