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Rezession in den USA zu Ende

Nach Einschätzung von Ökonomen haben die USA die Rezession überwunden. Die Erholung der Wirtschaft fällt mit aufs Jahr hochgerechneten 3,5 Prozent überraschend deutlich aus. Präsident Obama sprach von einem Fortschritt.

Obama redet und hebt Hand (Archivbild:ap)

US-Präsident Obama: "Ein echter Fortschritt"

Erstmals seit einem Jahr ist die größte Volkswirtschaft der Welt wieder gewachsen. Im dritten Quartal 2009 stieg das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag (29.10.2009) mitteilte. Die Zahlen gelten als das bisher eindeutigste Zeichen dafür, dass die Wirtschaft in eine neue, wenn auch noch brüchige Phase der Erholung eingetreten und die schlimmste Rezession seit den 1930er Jahren überwunden ist. Allerdings wird erwartet, dass eine hohe Arbeitslosenquote die USA wie auch viele andere Länder noch eine ganze Weile plagen wird.

Gigantische Anti-Krisen-Programme zeigen Wirkung

Arbeiterin am Fließband eines Ford-Werks in Illinois (Archivfoto: dpa)

Die US-Abwrackprämie kam den Autokonzernen zugute

Der Aufschwung wird vor allem den milliardenschweren Hilfsprogrammen von US-Regierung und US-Notenbank zugeschrieben. Insgesamt umfasst das Konjunkturprogramm 787 Milliarden Dollar (532 Milliarden Euro). Besonders der Erfolg der Abwrackprämie für PKW nach deutschem Vorbild trug Fachleuten zufolge deutlich zum Plus bei. Die Verbraucherausgaben, von denen die amerikanische Wirtschaft zu 70 Prozent abhängt, kletterten im dritten Quartal um 3,4 Prozent - so stark wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Der Kauf von langlebigen Gütern, zu denen auch Autos zählen, legte um satte 22 Prozent zu. Auch der marode US-Immobilienmarkt kommt langsam wieder in Schwung. Für die nächsten Monate sagen viele Ökonomen zwar weiteres Wachstum voraus, aber in schwächerer Form, da die Konjunkturprogramme der Regierung von Präsident Barack Obama ausliefen. Die Nationale Vereinigung für Wirtschaftsökonomie erwartet für das laufende Quartal bis Dezember ein Wachstum von noch 2,4 Prozent, für die ersten drei Monate des nächsten Jahres dann von 2,5 Prozent.

Vorsichtiger Optimismus bei Obama und Geithner

US-Finanzminsiter Timothy Geithner (Bild:ap)

Geithner: Hält weitere Hilfen für die Wirtschaft für notwendig

US-Präsident Obama nannte den BIP-Zuwachs einen "echten Fortschritt". "Aber ich weiß, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, bis unsere Wirtschaft wieder voll hergestellt ist." Das Plus im dritten Quartal sei eine willkommene Neuigkeit, sein Maßstab für die Stärke der Wirtschaft sei jedoch, ob Jobs geschaffen werden und Familien es einfacher haben, ihre Rechnungen zu zahlen, betonte Obama.

US-Finanzminister Timothy Geithner hat den Anstieg der Wirtschaftsleistung seines Landes im dritten Quartal als sehr ermutigend bezeichnet. Es handle sich um ein breites Wachstum, das nicht nur auf der US-Abwrackprämie und den staatlichen Konjunkturhilfen beruhe. Dennoch gelte es zu bedenken, dass die Erholung der Wirtschaft in einem sehr frühen Stadium sei und auch noch Schwierigkeiten bevorstünden, sagte. Angesichts der anhaltenden Gefahr einer Kreditklemme müsse die Regierung das Wachstum weiter stützen. Zudem müsse das Finanzsystem nach wie vor mit ausreichend Kapital versorgt werden.

Aktienmärkte reagieren positiv

Das unerwartet starke Wachstum der US-Wirtschaft im dritten Quartal und gute Bilanzdaten von Konsumgüterkonzernen haben am Donnerstag die US-Aktienmärkte beflügelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 2,1 Prozent bei 9962 Punkten aus dem Handel. Auch die japanischen Börsen haben am Freitag mit Kursgewinnen auf die Rückkehr der US-Wirtschaft zum Wachstum reagiert. Vor allem exportorientierte Unternehmen lagen im Plus.

Autorin: Ulrike Quast (rtr,dpa,ap,afp)
Redaktion: Martin Schrader

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