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Handel

Rewe will gut zwei Milliarden Euro investieren

Der Konkurrenzkampf im Handel ist hart. Um Rivalen wie Amazon in Schach zu halten, will der Kölner Handelskonzern Rewe kräftig investieren. Allerdings schmälere dies zunächst den Gewinn, so der neue Vorstandschef Souque.

Die Rewe-Gruppe will ihre Investitionen nach Auskunft des neuen Vorstandsvorsitzenden Lionel Souque im kommenden Jahr auf mehr als zwei Milliarden Euro aufstocken. Das Geld soll nicht nur in die Modernisierung der Filialen fließen, sondern auch in die Digitalisierung sowie in die Qualifikation der Mitarbeiter, sagte Souque dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die hohen Investitionen würden allerdings auch den Gewinn drücken, erklärte der Manager. "Unser Gewinn war in den vergangenen Jahren mit etwa 500 Millionen Euro immer relativ stabil. Dieses Jahr wird es etwas schlechter sein und nächstes Jahr wird auch nicht viel besser", sagte Souque. Gründe seien vor allem Investitionen in die "Zukunftsfähigkeit", die "für unsere Kunden spürbaren Nutzen haben".

Lionel Souque Manager REWE (picture alliance/dpa/O. Berg)

Seit 1. Juli ist der Betriebswirt Lionel Souque Vorstandschef von Rewe

Langfristig denken

Rewe sei dieses Jahr 90 Jahre alt geworden "und so gewachsen, weil wir langfristig denken", betonte der Vorstandschef. In diesem Zusammenhang sei auch die Übernahme von fast 200 Sky-Märkten und 60 Kaiser's-Tengelmann-Filialen zu sehen. Diese Übernahmen kosteten Rewe "über mehrere Jahre einen hohen zweistelligen Millionenbetrag", erklärte Souque. "Sky ist ein Sanierungsfall. Langfristig werden wir aber profitieren." Aktuell laufe das Geschäft gut, teilte der in Paris geborene Manager mit. "In den Supermärkten liegen wir fünf Prozent über dem Vorjahr, bei Penny drei Prozent. Das ist besser als bei den meisten Konkurrenten", sagte der Manager.

Das Unternehmen sei zwar "gut aufgestellt", sehe sich aber vor "große Herausforderungen" gestellt: "Verdrängungswettbewerb durch Aldi und Lidl, Kostensteigerung auf allen Ebenen, demografischer Wandel, Digitalisierung." In diesem Zusammenhang hob der 46-Jährige den US-Konzern Amazon hervor. "Amazon wird alle Branchen in Frage stellen. Banken, Versicherungen, Buchhandel - es gibt keinen Bereich, den Amazon nicht angreift", unterstrich Souque, der seit etwas mehr als 100 Tagen Vorstandsvorsitzender des Kölner Handelskonzerns ist. Doch nicht nur Amazon, sondern auch Anbieter wie Foodora und Lieferando seien Konkurrenten. "Wenn jemand dort Pizza bestellt, kauft er sie nicht mehr bei Rewe ein", so Souque.

Amazon Paroli bieten

Mit Blick auf den neuen Lebensmittellieferdienst Amazon Fresh sagte Souque: "Technologisch werden wir nie besser sein als Amazon, aber bei frischen Lebensmitteln haben wir deutlich mehr Erfahrung und Kompetenz." Amazon habe längst gemerkt, dass die Lebensmittellieferung nicht so einfach sei. "In den USA und Großbritannien etwa hält sich Amazons Erfolg mit Lebensmitteln bislang in Grenzen. Auch wir machen keinen Gewinn mit unserem Lieferservice und werden das über Jahre nicht tun." Es sei aber ein wichtiger Service, den Kunden erwarteten, betonte Souque.

Erst Ende September hatte Rewe mitgeteilt, in diesem Jahr 1,7 Milliarden Euro in sein Ladennetz in Europa zu investieren, davon 900 Millionen Euro in Deutschland. Zu Rewe gehören unter anderem die Rewe-Supermärkte und die Penny-Discounter. Das Akronym Rewe steht für "Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften". Die Gruppe kommt auf einen Umsatz von 54 Milliarden Euro und beschäftigt 330.000 Mitarbeiter in 19 Ländern.

kle/jj (afp, dpa, ksta.de)