1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Amerika

Revolutionsfeier ohne Fidel Castro

Ohne Fidel Castro und ohne Pomp hat die kommunistische Führung auf Kuba den 50. Jahrestag der Revolution gefeiert. Die Karibikinsel kämpft mit Wirtschaftsproblemen.

Fidel Castro 1959 (Foto: dpa)

Fidel Castro Anfang 1959 nach dem Sieg der Revolution

Der Präsident der kommunistischen Karibik-Insel, Raúl Castro, geht trotz des bevorstehenden Machtwechsels in den USA weiter von schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern aus. Washington werde „niemals aufhören, aggressiv und dominant zu sein", sagte der jüngere Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro am Donnerstag (01.01.2009) Ortszeit in Santiago de Cuba anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Sieges der Revolutionäre über den damaligen Diktator Fulgencio Batista.

Attacke gegen USA

Bisher habe jede US-Regierung versucht, „der Staatsform in Kuba eine Änderung aufzuzwingen". Trotzdem sei die Revolutionsbewegung heute stärker denn je, sagte Raul Castro weiter. Die USA führen seit Jahrzehnten einen ideologischen Feldzug gegen die kubanische Führung. Seit 46 Jahren gilt ein Wirtschaftsembargo gegen die Insel. Der künftige US-Präsident Barack Obama steht Handelserleichterungen jedoch offen gegenüber.

Castro, der die Uniform eines Viersterne-Generals trug, sprach vor 3000 geladenen Gästen von dem Balkon des Rathauses der Stadt im Südwesten der Insel aus, von dem aus sein Bruder am 1. Januar 1959 den Sieg der Revolution proklamiert hatte.

Kranker Fidel gratuliert dem Volk

Der erkrankte Fidel Castro trat auch an diesem Jahrestag der Revolution nicht in der Öffentlichkeit auf. Der 82-Jährige, der wegen einer nicht näher bezeichneten Erkrankung nach eigenen Angaben mehrmals operiert worden war, hatte die Amtsgeschäfte 2006 zunächst vorläufig und im Februar 2008 endgültig seinem Bruder übertragen. Die Art der Erkrankung ist jedoch bis heute ein Staatsgeheimnis. Ausländische Beobachter vermuten ein Krebsleiden.

Venezuelas Präsident Chavez trifft Castro-Brüder (Foto: AP)

Venezuelas Präsident Chavez (links) mit Fidel (Mitte) und Raul Castro im Juni 2008 in Havanna

In der kommunistischen Parteizeitung „Granma“ nannte Fidel Castro die von ihm angeführte Revolution einen Sieg des Volkes. „Zum 50. Jahrestag des Triumphes gratuliere ich unserem heldenhaften Volk", heißt es in einem Beitrag Castros auf Seite eins des Blattes.

Bis auf Venezuelas Außenminister Nicolas Maduro nahm kein hochrangiger ausländischer Politiker an den Feierlichkeiten auf Kuba teil. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez sagte bei einer Veranstaltung in Caracas, Fidel Castro sei der „Vater der kubanischen Revolution und auch die Mutter aller Revolutionen in Lateinamerika und der Karibik". Venezuela ist der engste Verbündete Kubas und erster Handelspartner in Lateinamerika.

Kuba hat mit schweren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, die im vergangenen Jahr durch Naturkatastrophen verschärft worden sind. Drei Wirbelstürme richteten auf der Insel Schäden in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Dollar an. Erwartungen, Raul Castro werde nach der Machtübernahme wirtschaftliche und möglicherweise auch politische Reformen einleiten, haben sich bislang nicht erfüllt. (wl)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema