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Politik

Revolutionär in Rosa

Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Bürgerkrieg gegen die von den USA unterstützten Contras in Nicaragua zieht es den sandinistischen Revolutionär Daniel Ortega zurück in den Präsidentenpalast von Managua.

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Daniel Ortega

Zu seinen besten Zeiten war Daniel Ortega eine Galionsfigur der lateinamerikanischen Linken und ein Idol der Revolutionsromantiker in Europa und Nordamerika. Mit seinen Kampfgefährten von der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN) hatte er 1979 den ebenso brutalen wie korrupten Diktator Anastasio Somoza gestürzt und sein mittelamerikanisches Heimatland anschließend in fast permanenter Frontstellung zu den USA regiert. Als 1990 die ersten wirklich freien Wahlen anstanden, hatten die Wähler Nicaraguas allerdings von Wirtschaftschaos und Bürgerkrieg genug und schickten die Sandinisten in die Opposition.

Vieles ist anders geworden

Die Welt hat sich verändert, seit Daniel Ortega in Nicaragua an der Macht war: Die Sowjetunion, die das sandinistische Regime in den 80er Jahren unterstützte, existiert nicht mehr. An Stelle von George Bush, der 1990 bei der Wahlniederlage Ortegas US-Präsident war, regiert nun sein Sohn George W. Bush im Weißen Haus.

Auch Ortega hat sich geändert. 'Menschen durchlaufen einen Reifungsprozess', sagt der Kandidat der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN). "Ich glaube, man muss zu seinen Idealen stehen, aber überdenken, wie man sie erreichen kann." Im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag besuchte der 56-Jährige die Miskito-Indianer an der Karibikküste, denen er früher die geforderte Autonomie strikt verweigerte. 'Ihr hattet nicht Unrecht, wir waren im Unrecht', ruft er der Menge in der Stadt Waspam zu und entschuldigt sich für seine 'fehlgeleitete Politik'.

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