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Politik

Rettungsschacht für verschüttete Bergleute

In Chile wurde mit der Bohrung eines Rettungsschachts zur Bergung der eingeschlossenen Minenarbeiter begonnen. Die Arbeiten werden sich über Monate hinziehen.

Ausschnitt eines neuen Videos der verschütteten Bergleute vom 29.08.2010 (Foto: AP)

Neuer Mut: Erstmals konnten die Bergleute mit Angehörigen telefonieren

Am Montag (30.08.2010) haben die Rettungskräfte in Chile die Rettungsbohrungen für die verschütteten Bergleute aufgenommen. In den kommenden Wochen soll ein Schacht entstehen, der breit genug ist, um die Männer einzeln an die Oberfläche zu holen. Der Chefingenieur, Andres Sougarret, erklärte, dass die Männer unter Tage dabei auch mithelfen müssten. Sie sollen Geröll, das während der Bohrungen hinabfällt, zur Seite räumen. Einfache Ausrüstungsgegenstände dafür seien in der Tiefe vorhanden, so Sougarret. Der Rettungsschacht werde wahrscheinlich mehrere hundert Meter vom derzeitigen Aufenthaltsort der Verschütteten enden, so dass genug Platz für Schutt und Erde vorhanden sei. Der Ingenieur schätzt, dass 3.000 bis 4.000 Tonnen Gestein zusammenkommen werden.

Angehöriger eines verschütteten Minenarbeiters in Copiapo, Chile (Foto: AP)

Angehörige campieren am Unglücksort

Erstmals Telefonkontakt

Am Sonntag hatte es erstmals telefonischen Kontakt mit den in 700 Metern eingeschlossenen Arbeitern gegeben: Die Helfer ließen dafür ein Kabel durch eine der Versorgungsröhren zu den Männern herab. Jeder der 33 Arbeiter konnte eine Minute lang mit einem Familienmitglied sprechen. Dadurch sollten die seit Wochen eingeschlossenen Kumpel aufgemuntert werden.

Antenor Barrios, der Vater eines der jüngeren Kumpel, zeigte sich anschließend auch ermutigt durch die "Kraft und Entschlossenheit" seines Sohnes. Die Angehörigen campieren in der Nähe des Mineneingangs in einem Zeltlager, das sie "Esperanza" (Hoffnung) getauft haben.

Bergbauminister Laurence Golborne mit Angehörigen der Minenarbeiter am Unglücksort (Foto: AP)

Bergbauminister Golborne (r.) mit Angehörigen am Unglücksort

Die Bergleute sitzen seit einem Felssturz am 5. August in der Gold- und Kupfermine San José am Rande von Copiapó in der Atacama-Wüste fest.

Möglicherweise wird sich ihre Bergung bis Weihnachten hinziehen. Bergbauminister Laurence Golborne sagte, dass es vermutlich drei bis vier Monate dauere, die Männer zu bergen. Experten hätten mehrere Methoden geprüft, aber bislang habe man keine gefunden, die eine schnellere Rettung ermögliche.

Autor: Anika Bever/tko (afp, ap, dpa)
Redaktion: Eleonore Uhlich

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