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Deutschlehrer-Info

‚Rettungsroutine’ ist Wort des Jahres

Jedes Jahr Mitte Dezember gibt die Gesellschaft für deutsche Sprache die Wörter des Jahres bekannt. Wie im Vorjahr belegt 2012 ein Wort aus dem Finanzbereich den ersten Platz, obwohl es nur selten gebraucht wird.

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Rettungsroutine - Wort des Jahres

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat „Rettungsroutine“ zum Wort des Jahres 2012 gekürt. In der Begründung der Jury heißt es, das Wort spiegle nicht nur die aktuelle instabile europäische Wirtschaftslage, sondern beschreibe auch die wiederkehrenden Rettungsmaßnahmen, die bisher unternommen wurden. „Sprachlich interessant“, so die Jury weiter, „ist die widersprüchliche Bedeutung der beiden Wortbestandteile: Während eine Rettung im eigentlichen Sinn eine akute, aber abgeschlossene Handlung darstellt, beinhaltet „Routine“eine wiederkehrende, wenn nicht auf Dauer angelegte und auf Erfahrungen basierende Entwicklung.“

Ausgewählt werden jährlich zehn Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben. Die Häufigkeit eines Worts ist dabei nicht entscheidend für die Auswahl der Jury: Sowohl „Rettungsroutine“ als auch das zweitplatzierte „Kanzlerpräsidentin“ als Umschreibung für Angela Merkels Politikstil war vielen Deutschen bislang unbekannt

Mit der diesjährigen Wahl setzt sich eine seit einigen Jahren andauernde Tendenz zu Wörtern aus dem Bereich Wirtschaft und Finanzen fort: Finanzkrise, Abwrackprämie und Stresstest lauteten drei der vier letzten Wörter des Jahres

Wie im Vorjahr schaffte es ein Politiker in die Top Ten der Wörter des Jahres: 2011 führte der Plagiatsskandal um den damaligen Verteidigungsminister Theodor zu Guttenberg zu der Wortschöpfung „guttenbergen“ für „abschreiben“. Dieses Jahr inspirierte der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff die Bevölkerung zu einer neuen Wortschöpfung. Das Verb „wulffen“ steht für das Leben auf Kosten anderer und für das Hinterlassen wütender Nachrichten auf einem Anrufbeantworter. Zudem beschreibt es das Verhalten, immer nur so viele Vergehen zuzugeben, wie bereits bewiesen sind. „Wulffen“ schaffte aus auch in der Rangliste der Jugendwörter 2012 auf Platz vier.

Außerdem zur Liste der Wörter des Jahres 2012 gehören die „Netzhetze“ als deutsche Entsprechung zum „Shitstorm“ oder der „Fluch-Hafen“ als Bezeichnung für die immer teurer werdende Dauerbaustelle auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg.


Autorin: Raphaela Häuser
Redaktion: Ingo Pickel