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Aktuell Deutschland

Rettungsflüge für Ebola-Helfer gesichert

Hunderte freiwillige Helfer machen demnächst beim deutschen Einsatz in den Ebola-Gebieten in Westafrika mit. Die Regierung sah sich gezwungen zu beteuern, dass ihr Rücktransport im Falle einer Infektion gesichert ist.

Deutsche Helfer sollen bei einer möglichen Ebola-Infektion in Westafrika auf jeden Fall in die Heimat zurückgeflogen werden. Anders lautende Berichte, nach denen Rettungsflüge für freiwillige deutsche Helfer in der Ebola-Region nicht sichergestellt seien, wies das Verteidigungsministerium in Berlin als "Unsinn" zurück. Angaben aus dem Ministerium selbst hatten für Irritationen gesorgt, bislang stünden die Rückflugkapazitäten nicht zur Verfügung.

Isolierzellen werden angeschafft

In einer Erklärung heißt es jetzt, zur Zeit gebe es zwar noch keine eigenen Evakuierungskapazitäten für Verdachtsfälle und Ebola-Infizierte, aber es werde mit Hochdruck daran gearbeitet. Die Beschaffung von 20 Isolierzellen sei eingeleitet, heißt es. Das Bundeswehr-Lazarettflugzeug MedEvac-Airbus soll in der kommenden Woche damit ausgerüstet werden und damit weit vor dem geplanten Einsatz der ersten Freiwilligen Mitte November.

US-Spezialflugzeug im Einsatz

Für den Transport von schwer erkrankten und hochinfektiösen Patienten soll zunächst ein Spezialflugzeug einer amerikanischen Firma mit fest eingebautem Behandlungsraum zum Einsatz kommen. In der Vergangenheit habe diese Firma bereits Evakuierungsflüge nach Deutschland vorgenommen. Jetzt sei das Auswärtige Amt darum bemüht, ein vergleichbares eigenes System zu beschaffen.

In einem Schreiben an den Verteidigungsausschuss hatte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Markus Grübel (CDU), eingeräumt, dass die Bundeswehr derzeit nicht über eigene Lufttransportmittel für Ebola-Patienten verfüge. Allerdings würden "mit Hochdruck Möglichkeiten geprüft, einen Transport auch solcher Patienten an Bord eines eigenen Luftfahrzeuges sicherstellen zu können".

Für den Einsatz gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika haben sich laut Ministerium rund 3000 interessierte Soldaten und zivile Bundeswehrbeschäftigte gemeldet. Etwa 500 geeignete Bewerber kamen in die engere Auswahl. Ihre Ausbildung wird in den kommenden Tagen am Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg beginnen.

Weiteres Krankenhaus nimmt Ebola-Patient auf

Derweil wird ein dritter Ebola-Patient aus Westafrika zur Behandlung in Deutschland erwartet. Er soll am Donnerstag eintreffen und im Leipziger Klinikum St. Georg versorgt werden, wie die sächsische Landesregierung mitteilte.

Die Klinik gehört zu den sieben deutschen Behandlungszentren für Patienten mit hochgefährlichen ansteckenden Krankheiten. Zuletzt waren bereits zwei an Ebola erkrankte Experten der Weltgesundheitsorganisation in die Spezialkliniken in Hamburg und Frankfurt am Main aufgenommen worden. Sie hatten sich beim Einsatz gegen die seit Monaten wütende Epidemie in Westafrika angesteckt. Der Hamburger Patient wurde inzwischen wieder entlassen.

uh/SC (afp,rtr,dpa)

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