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Aktuell Asien

"Rettung von Bootsflüchtlingen ist völkerrechtliche Pflicht"

Tausende Migranten sind in seeuntüchtigen Booten in den südostasiatischen Gewässern unterwegs. Anrainer wie Malaysia oder Indonesien setzen auf Abschottung. Ein eindringlicher Appell kam deswegen nun von den UN.

Entkräftete Migranten nahe der thailändische Insel Koh Lipe westlich von Langkawi (Foto: rtr)

Entkräftete Migranten nahe der thailändische Insel Koh Lipe westlich von Langkawi

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Staaten in Südostasien mit Nachdruck aufgefordert, Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Die Rettung von Flüchtlingen auf hoher See sei eine völkerrechtliche Pflicht, machte Ban in New York deutlich. Auch die US-Regierung drängte die südostasiatischen Länder zum Handeln. "So viele Menschenleben sind in Gefahr", erklärte der Sprecher des Außenministeriums in Washington, Jeff Rathke. "Wir ermahnen die Regierungen, diese Leute aufzunehmen."

Nach Schätzungen von Menschenrechtsaktivisten stecken derzeit etwa 8000 Migranten in der Straße von Malakka fest, einige sind wohl schon mehr als zwei Monate auf dem Wasser unterwegs. Sie stammen entweder aus Bangladesch oder sind Angehörige der Minderheit der Rohingya aus Myanmar.

Malaysia schottet sich ab

Ungeachtet dessen bekräftigte die malaysische Regierung in Kuala Lumpur ihre harte Linie. Sie kündigte noch intensivere Patrouillen vor der Küste an. "Schiffe, die illegale Migranten transportieren, dürfen nicht in malaysische Gewässer hinein", betonte der Direktor der Marinebehörde MMEA, Amdan Kurish.

Zuvor hatte die Marine zwei Flüchtlingsboote mit insgesamt 1000 Menschen an Bord gestoppt. Eines sei abgewiesen und zu seinem Heimathafen zurückgeschickt worden, teilte der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Mohamed Thajudeen Abdul Wahab, mit, ohne den Heimathafen zu nennen. Das andere Schiff werde wegen eines Maschinenschadens repariert, müsse dann aber ebenfalls wieder in See stechen. Beide Boote waren vor der Insel Penang im Nordwesten des südostasiatischen Landes abgefangen worden.

Keine Hilfe für entkräftete Migranten

Ein Reporter des britischen Senders BBC berichtete von katastrophalen Zuständen auf einem Flüchtlingsboot mit 350 Rohingya nahe der thailändische Insel Koh Lipe westlich von Langkawi. Die Besatzung habe sich abgesetzt und die Maschinen funktionsunfähig gemacht. Zehn Menschen an Bord seien schon gestorben und in der Andamanensee ins Wasser geworfen worden. "Wir können Leute sehen, die ihren eigenen Urin aus Flaschen trinken", schilderte der Reporter. Die Migranten sagten, sie seien schon seit drei Monaten auf See.

Ein thailändisches Fischerboot hatte das Schiff am Mittwoch in malaysische Gewässer geschleppt, von dort wurde es wieder in thailändisches Seegebiet zurückgeschleppt. "Wir haben ihnen verboten einzureisen, aber wir haben sie mit Lebensmitteln und Wasser versorgt, um unsere menschenrechtliche Pflicht zu erfüllen", erklärte der Chef der regionalen Polizei später.

Knapp 800 Migranten vor Indonesien gerettet

Derweil wurden vor der Ostküste der indonesischen Insel Sumatra fast 800 Flüchtlinge aus Myanmar und Bangladesch in Sicherheit gebracht. "Die letzte Information, die wir haben, ist die, dass etwa 794 Menschen mitten im Meer gefunden und von Fischern an Land gebracht wurden", gaben die Behörden in der Stadt Langsa der indonesischen Provinz Aceh bekannt. Bereits am Sonntag legte ein Flüchtlingsboot mit etwa 600 Menschen an Bord an der indonesischen Küste an.

se/ml/nin (dpa, ape, rtr, afp)