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Wissen & Umwelt

Rettet den Eisbären!

Sie verhungern, ertrinken oder sie stellen aufgrund des enormen Stresses ihre Fortpflanzung ein, sagen Experten. Nach ihrer Konferenz fordern sie einen Stopp des Klimawandels. Sonst sei der weiße Riese nicht zu retten.

Tauchender Eisbär (Foto: AP)

Eisbären schwimmen und tauchen sehr gut

Zwischen 20.000 und 25.000 Eisbären sollen in der Arktis leben. Genau weiß man es nicht, denn Eisbären sind schwer zu zählen. Jedes Jahr wandern sie tausende Kilometer übers Eis, schwimmen hunderte Kilometer durchs Meer und besitzen kein Revier. Eisbären kommen zirkumpolar vor, das heißt, in der gesamten Polarregion rund um den Nordpol. Ursus maritimus, so heißt der Eisbär korrekt zoologisch, ist eng mit dem Braunbären verwandt. Neben dem Kodiakbären ist er das größte Landraubtier der Erde. Männchen werden durchschnittlich stattliche 2,60 Meter groß und gewaltige 500 Kilogramm schwer, die Weibchen sind etwas schmächtiger: durchschnittlich zwei Meter groß und 300 Kilogramm schwer.

Ein Eisbär in der Arktis springt von einer Eisscholle auf eine andere (Foto: Greenpeace/dpa)

Der Klimawandel bedroht den Lebensraum der Eisbären

Symboltier für den Klimawandel

Der Bestand der Eisbären ist gefährdet, sagen Experten. Unter anderem wegen des Klimawandels, der das Eis in der Arktis schmelzen lässt. Das Eis wird dünner, das Sommereis schmilzt zum Teil schon gänzlich dahin, der Lebensraum der Bären schrumpft beängstigend schnell. Die norwegische Naturschutzbehörde schätzt, dass die Zahl der Eisbären bis 2050 um 60 Prozent zurückgehen könnte. Bei der dreitägigen Konferenz in Tromsö, an der Vertreter aus allen fünf Anrainerstaaten der Arktis teilnahmen, also aus Norwegen, den USA, Kanada, Russland und dem zu Dänemark gehörenden Grönland, wurde über mögliche Schutzmaßnahmen beraten. In ihrem Abschlusspapier heißt es, dass eine Rettung des Eisbären nur möglich sei, wenn der Klimawandel gestoppt werde: "Wenn das das Polareis weiter nach den derzeitigen Vorhersagen verschwindet, werden die Eisbären wahrscheinlich noch in diesem Jahrhundert in

ihrem Lebensgebiet weitgehend ausgerottet sein."

Es geht um mehr als Eisbären

Schon 1973 wurde ein Abkommen zum Schutz von Eisbären unterzeichnet. Damals war die Jagd die größte Gefahr für den weißen Riesen. Jetzt geht es um viel komplexeres: Um das Weltklima, aber auch um sensible wirtschaftliche Themen wie die Öl- und Gasförderung in der Arktis, um Schifffahrtsrouten, Infrastrukturprojekte und Tourismus. Entsprechend schwierig wird es für die Teilnehmer der Eisbären-Konferenz in Tromsö sein, eine schnelle und Lösung für Ursus maritimus zu finden.

Autorin: Judith Hartl

Redaktion: Dirk Eckert

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