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Kultur

Restitution: Kostbarer Wandteppich wieder in München

Er hat eine bewegte Geschichte: Der Wandteppich stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde von einem US-Offizier in die USA gebracht. Nun ist er nach Bayern zurückgekehrt.

Kunst weckt Begehrlichkeiten: Nicht nur Nationalsozialisten profitierten von den Wirren des Krieges, um etwa jüdischen Sammlern kostbare Gemälde oder Skulpturen zu entwenden. Auch die amerikanischen Besatzungstruppen haben Kunstwerke in ihre Heimat mitgenommen und sie dort jahrzehntelang verwahrt. So war es auch im Falle eines US-amerikanischen Besatzungsoffiziers, der 1945 den wertvollen Wandteppich als Souvenir mit in seine Heimat nahm. Die Tapisserie, die um 1500 in Flandern gewebt worden war, zeigt eine höfische Szene. Der Münchner Maler Franz von Lenbach erwarb sie um 1900 von der Kunsthandlung Bernheimer, die sie 1931 wieder zurückerwarb.

Wandteppich reiste von München in die USA und wieder zurück

1938, ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, kaufte ein Architekt den Wandteppich für das Kehlsteinhaus bei Berchtesgarden, einem Repräsentationsbau der Nazis, der sich obendrein im persönlichen Besitz von Adolf Hitler befand. Dort entdeckte ihn der US-amerikanische Offizier, der ihn mit in die USA nahm.

Seine Tochter, Cathy Hinz, übergab den Bildteppich dem National War II Museum in New Orleans, das die Tapisserie nun an den Freistaat Bayern restituiert. Dafür reiste Cathy Hinz persönlich nach München, um das wertvolle Stück am 16.12.2017 in München zu übergeben.

Bei dem Wandteppich handelt es sich um das siebte Objekt, das von Besatzungssoldaten in die USA gebracht wurde und auf Veranlassung der Monuments Men Foundation an bundesdeutsche Museen zurückgeht.

so/pl (dpa/kna/München.de)