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Deutschland

Republikaner-Gründer Schönhuber ist tot

Der Gründer der rechtsradikalen Partei "Die Republikaner", Franz Schönhuber, ist tot. Schönhuber starb in der Nacht zum Sonntag in seinem Wohnort am Tegernsee im Alter von 82 Jahren an einer Lungenembolie.

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Zuletzt kaum Kontakte zur Partei

Mehr als ein Jahrzehnt war Franz Schönhuber das Aushängeschild der rechten Szene in Deutschland. Vor zwei Monaten trat der 82-Jährige noch einmal ins Rampenlicht. Bei der durch den Tod einer NPD-Direktkandidatin in Dresden nötigen Nachwahl zur Bundestagswahl in diesem Jahr wurde Schönhuber - erfolglos - Kandidat für die Rechtsextremen.

Eitler Saubermann

Schönhuber hatte 1983 mit CSU-Abtrünnigen "Die Republikaner" gegründet und wurde ihr Chef. 1989 kam die rechtsradikale Partei ins Berliner Abgeordnetenhaus und mit Schönhuber ins Europaparlament. Von 1989 bis 1994 gehörte er dem Europaparlament an. Richtungskämpfe gab es bei den Republikanern unter Schönhubers Führung reichlich. Der Populist und Mikrofon-Profi inszenierte sich gern als Saubermann, der es beherrschte, eine Politik "für Recht und Ordnung" zu propagieren, ohne selbst auf rechtsradikale Parolen zurückzugreifen.

Er endgültige Bruch mit seiner Partei kam 1995. Danach bemühte sich Schönhuber vergeblich um den Aufbau einer europäischen Rechts-Bewegung. Schon 1998 ließ er sich von Gerhard Frey als Zugpferd für dessen rechtsextreme DVU im Bundestagswahlkampf gewinnen.

Karriere als Journalist

Der Sohn eines Metzgers aus Trostberg in Bayern galt zunächst als linker SPD-Anhänger, war Chefredakteur des Münchner Boulevard-Blatts "tz" und später Hauptabteilungsleiter beim Bayerischen Rundfunk, für den er die populäre Fernsehreihe "Jetzt red' i" moderierte. Nach dem Erscheinen des Buches "Ich war dabei", in dem Schönhuber seine Vergangenheit in der Waffen-SS verteidigte, wurde er 1982 von dem Münchner Sender fristlos entlassen.

Die von ihm vor gut zwei Jahrzehnten gegründeten Republikaner sind mittlerweile in die parlamentarische Bedeutungslosigkeit abgesunken. Schönhuber lebte zuletzt mit seiner früher ebenfalls bei den Republikanern aktiven Frau Ingrid zurückgezogen in Oberbayern. Kontakte zu den ehemaligen Parteifreunden gab es nach den heftigen Streitereien der 90er Jahre kaum noch. (stl)

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