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Kultur

Reparatur-Krimi im All

Der Notfalleinsatz ist gelungen: Die Astronauten an Bord der Raumfähre "Discovery" konnten bei einem spektakulären Außeneinsatz das Hitzeschild des Space Shuttle reparieren. Ein weiterer Ausstieg ist nicht nötig.

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Die Discovery vor der Erde

Am Donnerstagabend (4.8.2005) gab die NASA Entwarnung: Eine defekte Isolierverkleidung am Shuttle "Discovery" muss nicht repariert werden. Für die Reparatur wäre ein vierter Ausstieg aus der Raumfähre nötig gewesen. Die "Discovery" kann am Montag zur Erde zurückkehren. "Wir haben gute Neuigkeiten", teilte eine NASA-Mitarbeiterin in der Bodenzentrale Houston (Texas) der "Discovery"-Crew mit. Die Isolierdecke stelle keine Gefahr für die Rückkehr dar.

Noch wenige Stunden zuvor hatte die NASA einen weiteren Noteinsatz des japanischen Astronauten Soichi Noguchi und seines US-Kollegen Stephen Robinson im Freien nicht ausgeschlossen. Der Einsatz hätte am Samstag stattfinden sollen. Damit hätte das Shuttle erst einen Tag später als geplant ablegen können. Noguchi und Robinson hatten schon vorsichtshalber damit begonnen, sich auf den neuerlichen Einsatz vorzubereiten - da kam der erlösende "Anruf" von der Erde, dass sie ihre Werkzeuge wieder einstecken könnten.

Riskanter Einsatz

Am Mittwoch musste sich einer der Astronauten von einem Roboterarm gesteuert zur Unterseite des Raumschiffes begeben und in einer schwierigen Operation zwei herausragende Stücke Füllmaterial zwischen den Hitzekacheln der Raumfähre mit der Hand entfernen. Das Füllmaterial hätte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu einer Überhitzung der "Discovery" führen können.

Über eine Satellitenleitung manövrierte die Bodenstation in Houston den Astronauten Steve Robinson durch seinen heiklen Einsatz, von dem eine digitale Kamera am Roboterarm spektakuläre Bilder aus dem Weltraum lieferte. Um kurz vor fünf amerikanischer Ostküstenzeit hatte Steve Robinson, ausgerüstet mit einem Werkzeugkoffer, der unter anderem Tesafilm und eine selbst gebastelte Säge enthielt, seinen Weltraumausflug begonnen, unterstützt von einem zweiten Astronauten, der Hilfestellung leisten sollte. Knappe vier Stunden später hatte Robinson die problematische Stelle am Hitzeschild am Bauch der Raumfähre erreicht.

Es drohten Überhitzung und Turbulenzen

Spezialbild: Reparatur der Discovery geglückt

Astronaut Steve Robinson im Handwerker-Einsatz

Millionen Zuschauer bei der vom NASA-TV live ausgestrahlten Operation wurden Zeuge, wie Robinson im Minutenabstand zwei zentimetergroße Füllstreifen zwischen den Hitzekacheln mit seiner in dicken Handschuhen steckenden Hand entfernte - und das bei einer Geschwindigkeit der Raumfähre von etwa 26.000 Stundenkilometern.

"Ich ziehe und es kommt ganz leicht heraus. Wunderbar." Mit diesen Worten kommentierte Robinson seine heikle Mission. Das Hitzeschild an der Unterseite der Raumfähre wird von 20.000 Kacheln bedeckt, die das Raumschiff beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre vor Temperaturen von über 1600 Grad schützen müssen. Die herausragenden Füllstreifen, so die Risiko-Kalkulation der NASA, hätten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre eine Überhitzung und anschließende Turbulenzen auslösen können.

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